Milliarden-Immobilienkauf Deutsche Wohnen zapft Kapitalmarkt an

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will mit einer Kapitalerhöhung den geplanten Kauf von 24.000 Wohungen bezahlen. Ziel ist es, bis zu 475 Millionen Euro einzunehmen.
Berlin Prenzlauer Berg: Ein Teil der 24.000 Wohnungen, die die Deutsche Wohnen für 1,23 Milliarden Euro kaufen will, liegt auch in Berlin

Berlin Prenzlauer Berg: Ein Teil der 24.000 Wohnungen, die die Deutsche Wohnen für 1,23 Milliarden Euro kaufen will, liegt auch in Berlin

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Frankfurt am Main - Deutsche Wohnen will durch die Ausgabe neuer Aktien bis zu 475 Millionen Euro einnehmen. Mit dem Erlös solle der Kauf von fast 24.000 Wohnungen der BauBeCon-Gruppe finanziert werden, erklärte der Immobilienkonzern.

Das Unternehmen will bis zu rund 43,8 Millionen neue Aktien ausgeben, die voll dividendenberechtigt sein sollen. Die Aktionäre erhalten ein Bezugsrecht: Sie können für je sieben gehaltene Aktien der Deutsche Wohnen drei neue Aktien erwerben. Die Bezugsfrist soll vom 12. Juni bis voraussichtlich zum 25. Juni laufen. Der Bezugspreis solle spätestens am 19. Juni nach Handelsschluss festgelegt werden. Die Bezugsrechte sollen vom 12. Juni bis einschließlich 21. Juni an der Frankfurter Börse gehandelt werden.

Angestrebt werde ein Bruttoemissionserlös von 425 bis 475 Millionen Euro. Rund 75 Prozent des Nettoemissionserlöses sollen für die Finanzierung der BauBeCon-Übernahme genutzt werden. Der verbleibende Teil solle für ergänzende Akquisitionen, bei denen sich Deutsche Wohnen in fortgeschrittenen oder Erfolg versprechenden Verhandlungen befinde, sowie für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.

Vierter Milliardendeal in der Immobilienbranche seit Jahresbeginn

Deutsche Wohnen hatte Ende Mai von der britischen Bank Barclays den Zuschlag für ein Portfolio der Tochter BauBeCon erhalten, das überwiegend in den Großräumen Berlin, Hannover, Braunschweig und Magdeburg liegt. Das Portfolio werde mit mehr als 1,2 Milliarden Euro bewertet, erklärte der Immobilienkonzern seinerzeit. Es ist der vierte Milliardendeal in der deutschen Immobilienbranche seit Jahresbeginn.

Zuvor haben bereits drei milliardenschwere Immobilienpakete in Deutschland die Besitzer gewechselt. Zuerst verkaufte die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gut 20.000 Wohnungen für 1,4 Milliarden Euro an die Augsburger Gesellschaft Patrizia Immobilien und Co-Investoren.

Dann veräußerte die BayernLB ihre ostdeutsche Tochter DKB Immobilien mit rund 25.000 Wohnungen für knapp eine Milliarde inklusive Schulden an die Hamburger Immobiliengesellschaft TAG. Und zuletzt übernahm der Finanzinvestor Cerberus für rund eine Milliarde Euro 22.000 Wohnungen der insolventen Gesellschaft Speymill Deutsche Immobilien.

Beobachter erwarten, dass weitere milliardenschwere Immobilienpakete noch in diesem Jahr in Deutschland die Besitzer wechseln könnten.

rei/rtr
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