Börsenpläne Pfizer trennt sich von Tiermedizinsparte

Der weltgrößte Pharmakonzern setzt seinen Schrumpfkurs fort. Nach dem Verkauf des Geschäfts mit Babynahrung spaltet Pfizer seine Sparte für Tiermedizin ab. Der Börsengang eines Minderheitsanteils soll Milliarden bringen, die dann zur Pflege des Aktienkurses eingesetzt werden.
Konzentration aufs Kerngeschäft: Doch auch dort fehlt Pfizer die Fantasie für Investitionen

Konzentration aufs Kerngeschäft: Doch auch dort fehlt Pfizer die Fantasie für Investitionen

Foto: TIMOTHY A. CLARY/ AFP

New York - Der US-Pharmariese Pfizer spaltet seine Sparte Tiergesundheit unter dem Namen Zoetis ab und bringt sie an die Börse. Der Konzern erklärte am Donnerstag, die Vorbereitungen liefen, um einen Anteil von unter 50 Prozent an die Börse zu bringen. Details würden in den kommenden Monaten bekannt gegeben.

Der Konzern konzentriert sich damit stärker auf sein Kerngeschäft Pharmazie. Dort kämpft der langjährige Marktführer jedoch mit sinkenden Umsätzen, seit das patentgeschützte Monopol auf wichtige Medikamente wegfällt; im vergangenen November traf es Pfizers Cholesterinsenker Lipitor, mit Jahresumsätzen von bis zu 13,7 Milliarden Dollar die meistverkaufte Arznei der Geschichte. Wegen nachlassender Forschungserfolge bieten sich kaum lohnende Investitionen, zugleich wirft das Geschäft immer noch große Bargeldsummen ab.

Pfizer  hat sein Forschungsbudget um ein Viertel gekürzt und tausende Stellen gestrichen und gilt damit als Vorreiter in der Branche für einen Schrumpfkurs. 2009 stemmte das Unternehmen noch den Kauf des Konkurrenten Wyeth für 68 Milliarden Dollar, die bisher teuerste erfolgreiche Übernahme der Geschichte. Der Konzern wolle den Nachsteuerertrag für seine Aktionäre maximieren, erklärte Konzernchef Ian Read am Donnerstag. Aktienrückkäufe seien die vermutlich beste Verwendung für Verkaufserlöse.

Der Bereich Tiergesundheit hatte 2011 mit rund 9000 Mitarbeitern 4,2 Milliarden Dollar umgesetzt. Pfizer hatte seit langem davon gesprochen, die Sparte auszugliedern und zeitweise auch einen Verkauf erwogen. Dabei war auch der deutsche Bayer-Konzern  als Interessent gehandelt worden.

Aber schon damals hatte es geheißen, ein Verkauf könne hohe Steuerzahlungen für Pfizer nach sich ziehen. Nach Einschätzung des Analysten Mark Schoenebaum von der ISI Group ist die Pfizer-Sparte insgesamt etwa 15 Milliarden Dollar wert.

Im April hat der Konzern bereits sein Geschäft mit Babynahrung an den Lebensmittelgiganten Nestlé  abgegeben. Die Schweizer zahlten dafür 11,85 Milliarden Dollar.

ak/rtr
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