Donnerstag, 23. Mai 2019

Fette Kinder Disney will Junkfood-Werbung verbannen

Dick und durstig: Für kalorienreiche Lebensmittel wie Schokoriegel oder Kartoffelchips soll ein Werbebann verhängt werden

Angesichts der zunehmenden Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen in den USA will der Disney-Konzern auf seinen Fernsehsendern und Webseiten künftig keine Werbung mehr für ungesundes Essen zeigen. Jedes sechste Kind in den USA gilt als stark übergewichtig.

New York - Ab 2015 dürften nur noch Lebensmittel und Getränke auf den Kanälen des Konzerns beworben werden, die bestimmte Nährwert-Standards erfüllten, erklärte Disney Börsen-Chart zeigen am Dienstag.

Der Verzehr von Obst und Gemüse solle gefördert werden, für kalorienreiche Lebensmittel wie Schokoriegel oder Kartoffelchips werde dagegen ein Werbebann verhängt, hieß es weiter. Die Nährwert-Richtlinien seien mit den landesweit gültigen Standards abgestimmt und zielten neben gesünderem Essen auf die Reduzierung von gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker. Danach müssen zum Beispiel Frühstücks-Flakes oder -Müsli weniger als zehn Gramm Zucker pro Portion enthalten.

Die Regeln gelten für die Sender Disney Channel, Disney XD, Disney Junior, Radio Disney sowie die Kinder-Webseiten des Konzerns. Betroffen sind auch die Comic-Sendungen, die samstagsmorgens auf den zu Disney gehörenden ABC-Sendern gezeigt werden.

Disney plant den Angaben zufolge auch eine "Mickey Check" genannte Lebensmittel-Kennzeichnung, die Familien dabei helfen soll, in den Geschäften und Freizeitparks des Konzerns gesundes Essen zu finden. Dieses Label soll bereits bis Ende 2012 eingeführt werden und auch gesunde Rezepte auf den Webseiten disney.com und family.com auszeichnen.

Präsidentengattin Michelle Obama lobte den Vorstoß von Disney als wichtigen Beitrag "für die Gesundheit unserer Kinder". Die First Lady, die sich dem Kampf gegen die Fettleibigkeit verschrieben hat, hoffte, dass andere Unternehmen dem Beispiel folgen.

Derzeit gelten 17 Prozent der US-Kinder als stark übergewichtig. Die Zahl hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht.

la/afp

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