Lahmes Geschäft Thomas Cook rauscht tiefer in rote Zahlen

Kein Land in Sicht für Thomas Cook: Der britische Reisekonzern ist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als von Analysten befürchtet. Das Geschäft lahmte vor allem in Frankreich und Nordafrika. Der Aktienkurs bricht ein.
Thomas-Cook-Jets in München: Der Konzern hat einige Maschinen verkauft, um die Misere in Grenzen zu halten

Thomas-Cook-Jets in München: Der Konzern hat einige Maschinen verkauft, um die Misere in Grenzen zu halten

Foto: Alexander Hassenstein/ Getty Images

Düsseldorf - Der angeschlagene britische Reisekonzern Thomas Cook ist noch tiefer in die rote Zahlen gerutscht. Neben einem schleppenden Geschäft auf einigen seiner wichtigen Tourismusmärkte wie Frankreich und Nordamerika musste Cook im abgelaufenen Geschäftshalbjahr (per Ende März) auch eine Abschreibung auf seinen Firmenwert über umgerechnet 375 Millionen Euro (300 Millionen Pfund) verbuchen.

Auch sorgten Übernahmen für saisonale Verluste. Insgesamt riss dies den Konzern operativ mit gut 800 Millionen Euro (643 Millionen Pfund) in die Miesen, wie Cook am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Fehlbetrag noch knapp 250 Millionen Euro betragen. Pro Aktie stieg der Verlust auf 85 (Vorjahr: 29) Cent.

In Deutschland, wo Cook  mit Marken wie Neckermann, Bucher und Öger wirbt, habe sich der Verlust jedoch währungsbereinigt um 58 Prozent verringert. An der Börse in London brachen die Cook-Aktien kurz nach Handelsbeginn um bis zu 10 Prozent auf 18,25 Pence ein.

Cook versucht mit allen Mitteln, seine finanzielle Situation zu verbessern. So wurden einige Flugzeuge verkauft und danach zurückgemietet. Zudem trennte sich der Reisekonzern von seinem Indien-Geschäft, um die Schuldenlast zu reduzieren. Deutlich nach oben gingen aber zuletzt die Ausgaben für Personal.

Mit seinen Kreditgebern vereinbarte Cook jüngst eine Verlängerung der Laufzeit eines Finanzpakets über 1,7 Milliarden Euro. Cook hofft nun auf gute Geschäfte in der wichtigen Sommersaison, um seine Kasse aufzubessern. Zusätzlich soll mit der neuen Chefin Harriet Green der Weg aus der Krise gefunden werden. Sie übernimmt zum 30. Juli das Steuer. Thomas Cook hat das vergangene Jahr mit einem Verlust von einer halben Milliarde Euro abgeschlossen.

nis/rtr/dpa
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