Sonntag, 15. Dezember 2019

Baubranche Züblin verbucht Auftragsrekord

Züblin-Zentrale in Stuttgart-Vaihingen: 3,5 Milliarden in den Auftragsbüchern

Der Baukonzern Züblin hat einen Auftragsrekord von 3,5 Milliarden Euro verbucht. Grund dafür ist vor allem das Bahnprojekt Stuttgart 21. Mit Blick auf die Verzögerungen am neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg verlangen die Stuttgarter hingegen Nachzahlungen.

Stuttgart - Der Stuttgarter Baukonzern Züblin hat einen Auftragsrekord verbucht. Grund dafür sei unter anderem auch der Auftrag für das Bahnprojekt "Stuttgart 21", sagt Züblin-Vorstand Alexander Tesche. Der Auftragseingang der Züblin-Gruppe habe sich im vergangenen Jahr um mehr als 38 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro erhöht. Der Auftragsbestand sei um rund 22 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gesteigert worden - der höchste Wert der Konzerngeschichte.

Auch im ersten Quartal 2012 seien etliche Großaufträge hereingekommen, den größten Anteil mache der Bau des Tiefbahnhofs für "Stuttgart 21" aus. Der Auftrag zur Errichtung der Bahnhofshalle, des Zufahrtstunnels zum Bahnhof am Nord- und Südkopf sowie von Dükerbauwerken schlage mit rund 300 Millionen Euro zu Buche.

Dennoch reduzierte sich das operative Ergebnis den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2011 von 87,6 Millionen Euro auf 80,2 Millionen Euro. Aufgrund geringerer Steueraufwendungen lag das Ergebnis nach Steuern mit 64,5 Millionen Euro leicht über dem Vorjahreswert von 59,7 Millionen Euro. Der Konzern erwartet für 2012 ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe.

Züblin gehört zum österreichischen Baukonzern Strabag bezeichnet sich als Marktführer für Hoch- und Ingenieurbau in Deutschland. Während die früheren Platzhirsche Hochtief und Bilfinger das zyklische, riskante und margenschwache Baugeschäft in Deutschland zunehmend eindampfen, baut Züblin seine Bauaktivitäten zwischen Flensburg und Bodensee auch mit Zukäufen kräftig aus.

"Verschwendung von Steuergeldern"

Mit Blick auf den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg verlangt Züblin indes mehr Geld für seine Bauprojekte. "Wir haben erhebliche Nachforderungen angemeldet", sagt Tesche. Wegen Planungsmängeln sei es zu Mehrkosten gekommen.

Die zur Strabag-Gruppe gehörende Züblin mache 15 Prozent des an eine Arbeitsgemeinschaft vergebenen Auftragsvolumens von 50 Millionen Euro geltend. Züblin hat an dem nach technischen Pannen voraussichtlich erst mit rund neunmonatiger Verzögerung im März 2013 in Betrieb gehenden Flughafen südlich von Berlin unter anderem Parkhäuser errichtet.

Dem Baukonzern zufolge wurden die Baustellen am neuen Hauptstadtflughafen überdacht und im Winter mit viel Energieaufwand beheizt. Die Parkhäuser hätten aber auch bei besserer Witterung errichtet werden können, sagte Manager Tesche.

Er warf der Flughafengesellschaft als Auftraggeber vor, die Entscheidungsstrukturen seien "undurchschaubar" gewesen. Statt einen Generalunternehmer mit dem Bauvorhaben zu beauftragen, seien die Bauprojekte in einzelne Losen geteilt und vergeben worden. Damit seien Steuergelder verschwendet worden. Vom Flughafen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

krk/dapd

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