Sonntag, 8. Dezember 2019

USA Jobboom "Made in Germany" stärkt Obama

Jobs und Umsätze: Rangliste der deutschen Unternehmen in den USA
DPA

Deutsche Unternehmen in den USA beschäftigen fast eine halbe Million Menschen. Ihr Geschäft wächst stärker als die US-Wirtschaft insgesamt. Siemens, VW, Bosch, Aldi und Co. sind eine wichtige Stütze der US-Wirtschaft - und damit auch für Präsident Obama.

Ende Januar tat Barack Obama etwas Unerhörtes: In seiner Rede zur Lage der Nation, einem der wichtigsten Ereignisse im politischen Kalender Amerikas, lobte der US-Präsident einen ausländischen Konzern. Gleich mehrfach nannte Obama Siemens Börsen-Chart zeigen. Der Technologiekonzern habe sich auf vorbildliche Weise engagiert, um Arbeitslose für sein Gasturbinenwerk in North Carolina zu schulen.

Damit lobte der Präsident ausgerechnet ein deutsches Unternehmen bei einem der wichtigsten wirtschaftspolitischen Themen im Wahljahr. Die hohe Arbeitslosenquote von über acht Prozent ist derzeit die größte Herausforderung für den Präsidenten. Sinkt sie in den kommenden Monaten nicht spürbar, dürfte Obama gegen seinen Herausforderer Mitt Romney bei den Präsidentschaftswahlen im November einen schweren Stand haben.

An den deutschen Unternehmen in den USA liegt es jedenfalls nicht, dass sich der US-Jobmarkt nur sehr langsam von der Rezession erholt, in die die Finanzkrise Amerika 2008/2009 gerissen hatte. Das belegt eine neue Umfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer zu den deutschen Top-50-Firmen in den USA, die manager magazin online exklusiv vorliegt.

Im vergangenen Jahr beschäftigten deutsche Konzerne 461.000 Menschen zwischen New York und San Francisco - acht Prozent mehr als 2010. Da waren es nur 427.000. Gut jeder zehnte Amerikaner, der für ein ausländisches Unternehmen arbeitet, ist damit bei einem deutschen beschäftigt. Nur britische und japanische Konzerne beschäftigen in den USA mehr Menschen als die Deutschen. Größter deutscher Arbeitgeber in den USA ist Siemens mit 60.000 Mitarbeitern.

Den Jobboom "made in Germany" verdankt Amerika den kräftig steigenden Umsätzen der deutschen Investoren. Während die US-Wirtschaft 2011 nur um knapp zwei Prozent wuchs, legten die Umsätze der deutschen Top-50 in den USA 2011 um 7,5 Prozent zu - auf 318 Milliarden Dollar.

Besonders stark legten die Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen zu. Aber auch ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen, Continental Börsen-Chart zeigen oder Heraeus freuten sich über teilweise zweistelliges Umsatzwachstum. Deutscher Umsatzspitzenreiter in Amerika ist Daimler mit 28 Milliarden Dollar vor Siemens, T-Mobile und BASF Börsen-Chart zeigen.

Ein wenig unangenehm scheint der Erfolg der Deutschen allerdings auch Präsident Obama zu sein. Die Siemens-Angestellte Jackie Bray, die Obama in seiner Rede als Beispiel für das ganze Land nannte, saß zwar neben seiner Frau Michelle im Kongress. Dass Siemens in Deutschland beheimatet ist, das erwähnte der Präsident allerdings nicht.

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