Hohe Kerosinpreise US-Airline erwägt Raffinerie-Kauf

Die anhaltend hohen Kerosinpreise regen die Fantasie mancher Luftfahrtmanager an. US-Fluggesellschaft Delta Airlines denkt offenbar über den Einstieg bei einer Raffinerie nach. Die europäische Konkurrenz von Air Berlin und Easyjet meldet im Kerngeschäft derweil Licht und Schatten.
Mut der Verzweiflung? Delta Airlines erwägt den Einstieg ins Raffineriegeschäft

Mut der Verzweiflung? Delta Airlines erwägt den Einstieg ins Raffineriegeschäft

Foto: AFP

New York/Berlin/London - Die Kosten für Kerosin steigen und steigen - was liegt da für eine Fluggesellschaft näher, als eine Raffinerie zu kaufen? Das sagten sich wohl auch die Manager der US-Airline Delta und bekundeten Interesse an einer Anlage des Ölmultis ConocoPhillips in Pennsylvania.

Beide Firmen wollten sich zu dem Bericht des Fachmagazins "Oil Price Information Service" nicht äußern, doch die Börse hat ein neues Gesprächsthema. "Das ist, als wenn ein Rabbi eine Kirche kauft", sagte Magazin-Herausgeber Tom Kloza der "New York Times".

Analysten rätseln über ein mögliches Geschäftsmodell, das den Delta-Managern vorschwebt. So produzieren Raffinerien stets alle möglichen Ölprodukte wie Benzin, Diesel und eben Kerosin. Nur für Letzteres hätte Delta  aber Verwendung. Zudem gilt das Raffineriegeschäft als hart und wenig einträglich - eine allzu große Einkaufsersparnis verspricht das Projekt daher nicht. Weil ein Ende des Preisbooms jedoch nicht absehbar ist, reizt Delta aber offenbar jeder Cent.

Passagieraufkommen bei Air Berlin rückläufig

In Europa üben sich die Fluggesellschaften zurzeit mehr schlecht als recht in ihrem Kerngeschäft. So hat sich der Schrumpfkurs der Fluggesellschaft Air Berlin  hat sich im März erneut beim Passagieraufkommen niedergeschlagen. Die Zahl der Fluggäste sank um 1,1 Prozent auf 2,56 Millionen, wie Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte.

Damit ging die Nachfrage allerdings nicht so stark zurück wie das um sieben Prozent gekürzte Flugangebot. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich dadurch um 4,4 Prozentpunkte auf 78,1 Prozent. Im ersten Quartal transportierte die Fluggesellschaft 6,51 Millionen Passagiere - 5,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Air Berlin versucht nach den Verlusten der vergangenen Jahre das Ruder herumzureißen. Deshalb hat das Unternehmen bereits zum Winter unrentable Verbindungen gestrichen und eine Verkleinerung der Flugzeugflotte eingeleitet. Mit dieser Strategie will Air Berlin im kommenden Jahr wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Heute gab der Aktienkurs jedoch zunächst nach.

Etwas besser sieht es bei der Billig-Fluggesellschaft Easyjet  aus. Sie hat im März mehr Passagiere transportiert als vor einem Jahr. Mit der Gesellschaft flogen 4,63 Millionen Menschen nach 4,4 Millionen im Vergleichsmonat, wie Easyjet am Donnerstag mitteilte. Die Auslastung verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat von 86,9 auf 88,8 Prozent. In den zwölf Monaten bis Ende März beförderte Easyjet 55,8 Millionen Passagiere und verzeichnete eine Auslastung von 88 Prozent. Der Aktienkurs legte leicht über dem Markttrend zu.

nis/dpa-afx
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.