Montag, 9. Dezember 2019

Neue Rechtsform Bertelsmann legt Grundstein für Börsengang

Große Pläne: Bertelsmann soll in China, Indien und Brasilien expandieren

Der neue Bertelsmann-Chef Thomas Rabe will den schwächelnden Konzern internationaler und digitaler ausrichten. Um sich dafür finanziellen Spielraum zu verschaffen, wird die Rechtsform gewechselt. Dadurch stünde auch einem Börsengang nichts mehr im Wege.

Berlin/Gütersloh - Vorrangiges Ziel ist es, Bertelsmann wachstumsstärker, digitaler und internationaler aufzustellen", sagte Vorstandschef Thomas Rabe am Mittwoch bei der Präsentation der Konzernbilanz 2011.Dazu beitragen soll die Erschließung neuer Geschäftsfelder etwa im Bildungsbereich sowie die Expansion des Konzerns in die Wachstumsregionen der Welt wie China, Indien und Brasilien.

Außerdem soll die digitale Transformation der Kerngeschäftsfelder des Konzern vom TV bis zu den Buchverlagen vorangetrieben werden. Der Umbau des Konzerns werde fünf bis zehn Jahre in Anspruch nehmen, sagte Rabe.

Um sich zusätzlichen finanziellen Spielraum für die geplante Wachstumsoffensive zu verschaffen, plant der Medienkonzern einen Wechsel der Rechtsform. Rabe kündigte an, der Konzern werde bis Ende Juni von einer Aktiengesellschaft in eine SE & Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt. Die Europäische Aktiengesellschaft SE bleibe in der Hand der Eignerfamilie Mohn, während Bertelsmann auf Ebene der KGaA frisches Geld aufnehmen könnte, sagte Rabe.

Dies eröffne dem Konzern die Möglichkeit, auch größere Investitionen zu stemmen. Denn es erlaube die Aufnahme neuer Gesellschafter oder sogar einen Börsengang, ohne den Einfluss der Familie Mohn oder der Bertelsmann-Stiftung auf die Konzernlenkung zu verwässern.

Gewinn um 7 Prozent eingebrochen

Im vergangenen Jahr musste Bertelsmann trotz guter Werbeumsätze einen Gewinneinbruch hinnehmen. So sank das Konzernergebnis von 656 Millionen Euro auf 612 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von etwa 7 Prozent. Grund dafür waren unter anderem schwache Zahlen bei Teilen der Drucksparte. Der Umsatz wuchs hingegen leicht um 2 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem moderaten Umsatzanstieg und einem höheren Konzernergebnis als 2011.

Zu dem Medienriesen gehören die RTL Group, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, die Verlagsgruppe Random House und der Ousourcing-Dienstleister Arvato. Bertelsmann startete mit Rabe in das Geschäftsjahr 2012. Er trat zum 1. Januar die Nachfolge von Hartmut Ostrowski an, der im Herbst seinen Rückzug angekündigt hatte.

mg/dapd/dpa-afx

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