Betrieb eingestellt Spanair steht vor der Insolvenz

Die viertgrößte Fluggesellschaft Spaniens muss wegen finanzieller Probleme den Flugbetrieb einstellen. In den nächsten Tagen soll der Insolvenzantrag gestellt werden. Zuvor hatte Quatar Airways einen Einstieg bei den Katalanen abgeblasen.
Geschlossen: An einem Ticketschalter in Madrid werden Passagiere mit Flugblättern informiert.

Geschlossen: An einem Ticketschalter in Madrid werden Passagiere mit Flugblättern informiert.

Foto: Paul White/ AP

Barcelona - Nichts geht mehr bei Spanair. Das Unternehmen mit Sitz in Barcelona kündigte am Freitagabend an, dass es wegen finanzieller Probleme den Flugbetrieb einstellen müsse. Alle Flüge wurden ab Freitagabend 22.00 Uhr gestrichen. Rund 22.000 Passagiere sollen nach spanischen Medienberichten an diesem Wochenende von der Maßnahme betroffenen sein.

Das Unternehmen wird wegen seiner starken Verluste und hohen Schulden voraussichtlich in den nächsten Tagen einen Insolvenzantrag stellen, wie die spanische Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf Luftfahrtkreise berichtete.

Spanair befindet sich in einer finanziell prekären Lage, nachdem Qatar Airways bekanntgegeben hatte, dass die Fluggesellschaft nicht beim katalanischen Unternehmen einsteigen wolle. Auch die Regionalregierung Kataloniens wollte Spanair nicht weiter mit Finanzspritzen zu helfen.

4000 Mitarbeiter betroffen

Die 1986 gegründete Fluggesellschaft hatte 2010 einen Verlust von 115 Millionen Euro eingeflogen. Im Jahr 2009 hatte sie ein Minus von 186 Millionen Euro verbucht. Sie ist die viertgrößte Fluggesellschaft Spaniens und verfügt über eine Flotte von 36 mehrheitlich schon älteren Flugzeugen und flog 19 nationale und 24 internationale Ziele an. 2011 hatte die frühere Tochter der skandinavischen Luftfahrtgesellschaft SAS insgesamt 12,5 Millionen Passagiere befördert. Spanair beschäftigt direkt und indirekt mehr als 4000 Mitarbeiter.

Ein Spanair-Flug war im August 2008 kurz nach dem Start auf dem Flughafen Madrid-Barajas abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Von 172 Menschen an Bord kamen 154 ums Leben.

mh/dpa/dapd
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