Zukauf Talanx wird Nummer zwei in Polen

Der deutsche Versicherungskonzern Talanx stärkt mit einer Übernahme sein Geschäft in Polen. Das Unternehmen kauft der belgischen Finanzgruppe KBC ihre Tochtergesellschaft Warta ab.
Talanx-Zentrale: Expansion in Osteuropa

Talanx-Zentrale: Expansion in Osteuropa

Foto: DPA

Hannover - Der Mutterkonzern des Rückversicherers Hannover Rück  mit Marken wie HDI, HDI-Gerling, PB und Targo Versicherungen übernimmt von der belgischen KBC-Gruppe den zweitgrößten polnischen Versicherer Warta, wie das Unternehmen aus Hannover am Freitag mitteilte. Der Kaufpreis liegt den Angaben zufolge bei 770 Millionen Euro. Das Geschäft soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein.

Talanx will allerdings nicht alleine der neue Eigentümer bleiben. Im Anschluss werde der japanische Partner des Konzerns, die Meiji Yaduda Life Insurance Company, 30 Prozent der Warta-Anteile übernehmen, hieß es. Im Geschäftsjahr 2010 hatte die Warta-Gruppe von 1,5 Millionen Kunden Bruttobeiträge von etwa einer Milliarde Euro verbucht, gut die Hälfte davon im Lebensversicherungsgeschäft. Stark sind die Polen vor allem in der See- und Luftfahrtversicherung. Sie beschäftigen den Angaben zufolge 2765 Mitarbeiter und verfügen über 4000 Agenturen sowie etwa 240 Zweigstellen.

Mit der Akquisition der Warta partizipieren wir in größerem Maße als bisher an der Entwicklung eines sehr dynamischen Versicherungsmarkts und kommen damit der Erfüllung unseres strategischen Wachstumsziels einen weiteren wichtigen Schritt näher", sagte Talanx-Vorstand Torsten Leue. Osteuropa zähle neben Südamerika zu den strategischen Wachstumsmärkten für Talanx.

Bisher war Talanx in Polen mit Ablegern von HDI und HDI-Gerling vertreten. Im Dezember hatte das Unternehmen zusammen mit seinem japanischen Partner die Übernahme des polnischen Versicherers Europa Group angekündigt.

KBC, einer der größten Finanzkonzerne in Osteuropa und in der Tschechischen Republik die Nummer eins, musste Warta auf Geheiß der EU als Auflage für von Belgien in der Finanzkrise erhaltene Staatshilfe verkaufen. Großes Interesse hatte auch die Vienna Insurance Group (VIG, Wiener Städtische) angemeldet. Berichten zufolge waren daneben die Allianz , Zurich  und die italienische Generali  in der engeren Wahl. Auch die zu KBC gehörende polnische Kredyt Bank steht zum Verkauf.

ak/dpa-afx/rtr
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