Bilanzskandal Ex-Olympus-Chef gibt Comeback-Versuch auf

Der entlassene Olympus-Chef Michael Woodford, der den Bilanzskandal bei dem japanischen Kamerahersteller aufgedeckt hat, gibt seinen Versuch einer Rückkehr an die Spitze auf. Dem Briten fehlte die Unterstützung der institutionellen Anleger.
Geschasster Olympus-Chef Woodford: Die institutionellen Investoren hätten dem "verdorbenen und belasteten Vorstand" erlaubt, im Amt zu bleiben

Geschasster Olympus-Chef Woodford: Die institutionellen Investoren hätten dem "verdorbenen und belasteten Vorstand" erlaubt, im Amt zu bleiben

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

Tokio - Er werde nichts mehr unternehmen, um ein alternatives Team aus Direktoren zu bilden, sagte Ex-Olympus-Chef Michael Woodford in einer von japanischen Medien zitierten Stellungnahme. Als Begründung nannte er vor allem einen Mangel an Unterstützung durch große japanische Anteilseigner.

Keiner der großen institutionellen Anteilseigner in Japan habe auch nur ein Wort der Unterstützung für ihn geäußert, so Woodford. Stattdessen hätten sie im Endeffekt dem "verdorbenen und belasteten Vorstand" erlaubt, im Amt zu bleiben. Hinzu komme die Belastung für seine Familie durch den Wirbel nach seiner Entlassung Mitte Oktober. Woodfordkündigte an, Olympus  wegen rechtswidriger Kündigung zu verklagen.

Der Brite hatte den Bilanzskandal auffliegen lassen, weil er nach seinem Rauswurf an die Medien ging. Nach wochenlangen Dementis musste Olympus einräumen, dass Verluste in Höhe von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro mit Hilfe von Übernahmen verschleiert worden waren.

Der Bilanzskandal hat Olympus in eine tiefe Krise gestürzt. Der aktuelle Chef Takayama hatte eine Rückkehr Woodfords in die Unternehmensführung ausgeschlossen. Er hatte allerdings ankündigt, dass die heutige Spitze sich zurückziehen werde, wenn sie die Krise in Griff bekommen habe. Einen Zeitraum nannte er nicht.

mg/dpa-afx

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.