Milliardendeal Japan kauft Tarnkappen-Jets made in USA

Japan rüstet auf: Als Ersatz für ihre Uralt-Flieger kauft die Luftwaffe 42 US-Tarnkappen-Kampfjets. Einheimische Konzerne sollen an der Produktion beteiligt werden. Das Nachsehen haben die Europäer mit dem "Eurofighter".
Kampfflugzeug Typ F-35 (Archivbild von 2009): Japan entscheidet sich für US-Jets

Kampfflugzeug Typ F-35 (Archivbild von 2009): Japan entscheidet sich für US-Jets

Foto: DPA/ USAF

Tokio - Das Geschäft ist unter Dach und Fach: Die japanische Regierung hat am Dienstag beschlossen, 42 Kampfflugzeuge vom Typ F-35 "Lightning II" des US-Herstellers Lockheed Martin zu kaufen - ein Milliardendeal. Das teilte Verteidigungsminister Yasuo Ichikawamit. Die Jets seien bestens für das sich ändernde Sicherheitsumfeld geeignet, hieß es.

Damit entschied sich Japan gegen den Eurofighter, das Gemeinschaftsprojekt der europäischen Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen EADS , BAE, Alenia und Casa. Insgesamt standen dem Militär drei Modelle zur Auswahl: Neben der F-35 und dem "Eurofighter" zählte dazu auch das US-Modell F/A-18.

Mit der Entscheidung für den F-35 zeigt es sich, dass Tokio mehr Wert auf die Fähigkeit des Flugzeugs legt, für das Radar unsichtbar zu sein, als auf die Einsatzerfahrung der F/A-18 von Boeing und des "Eurofighters". Die sogenannte Stealth-Technologie wird von den japanischen Militärs offenkundig als entscheidender Vorteil gewertet. Das benachbarte China hatte im Januar den ersten Testflug eines Stealth-Kampfflugzeugs von Typ J-20 bekanntgegeben.

Die neuen Tarnkappenjets sollen vor allem die betagten Flugzeuge des Typs F-4 "Phantom" in Japans Luftwaffe ablösen, die ansonsten bereits über das modernere US-Modell F-15 verfügt. Die Regierung will heimische Konzerne so weit wie möglich an der Herstellung der Maschinen beteiligen: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen Mitsubishi Heavy Industries und IHI Corp. in die Produktion des F-35 einbezogen werden. Das US-Verteidigungsministerium begrüßte die Entscheidung für den Jet. Sie werde die Partnerschaft beider Staaten stärken.

Der erste Teilauftrag umfasst vier Maschinen, für die Japan jeweils 8,9 Milliarden Yen (88 Millionen Euro) bezahlt. Das erste Exemplar soll im Jahr 2016 ausgeliefert werden.

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