Strauchelnder Fotokonzern Rettung von Kodak stößt auf Probleme

Um den Fotokonzern Kodak kreisen zum zweiten Mal in zwei Monaten Insolvenzgerüchte. Laut einem Zeitungsbericht fällt es dem Unternehmen schwer, die benötigten hunderte Millionen Dollar zu besorgen. Schon Anfang 2012 droht nun das Ende.
Kodak-Hauptquartier in Rochester, New York: Schon Anfang 2012 droht die Insolvenz

Kodak-Hauptquartier in Rochester, New York: Schon Anfang 2012 droht die Insolvenz

Foto: AFP

Rochester - Der Fotopionier Kodak hat laut einem Zeitungsbericht Probleme, das für sein Überleben nötige frische Geld aufzutreiben. Unter anderem seien mehrere Hedge-Fonds, mit denen ursprünglich über 900 Millionen Dollar gesprochen worden sei, jetzt nur noch zu einer Investition von 600 bis 700 Millionen Dollar bereit, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag. Dies könnte nicht genug sein.

Das Geld werde gebraucht, um die Zeit bis zu einem Verkauf eines Portfolios aus 1100 Patenten zu überbrücken. Verhandlungen darüber laufen bereits länger, sie sollen dem Vernehmen nach auch die in einem Patentkrieg verwickelten Smartphone-Schwergewichte Google  und Apple  angezogen haben. Allerdings seien die Interessenten sehr vorsichtig, weil eine spätere Kodak-Insolvenz dem Käufer viel Ärger mit Gläubigern einhandeln könne, schrieb die Zeitung jetzt.

Wenn es in den kommenden Wochen nicht gelinge, den Patentverkauf abzuschließen oder eine Finanzierung zu vereinbaren, könne Kodak in den ersten Monaten 2012 zu einem Insolvenzantrag gezwungen sein, sagte einer der Informanten des "Wall Street Journal".

Schon im Oktober hatte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg von Insolvenzüberlegungen bei Kodak berichtet und einen zwischenzeitlichen Kursrutsch ausgelöst. Das Unternehmen beteuerte damals, es habe keine aktuelle Absicht, einen Insolvenzantrag zu stellen. Bei Vorlage der Quartalszahlen Anfang November sah sich Kodak dann zu dem dramatischen Eingeständnis gezwungen, dass binnen zwölf Monaten das Aus drohe, wenn keine Quelle für frisches Geld aufgetan werde.

Kodak hat der analogen Fotografie vor mehr als hundert Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Der Wandel von der klassischen Film-Technik zur digitalen Geräten macht dem Fotopionier aber schon seit Jahren schwer zu schaffen. Konzernchef Antonio Perez will den Konzern als Druck-Spezialisten neu ausrichten, doch der Umbau läuft schleppend. Im dritten Quartal gab es zuletzt rote Zahlen von 222 Millionen Dollar, die Barbestände schmolzen von 1,6 Milliarden zu Jahresbeginn auf 862 Millionen Dollar Ende September zusammen.

dpa/krk
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