Reisekonzern Thomas Cook legt tiefrote Bilanz vor

Es ist nicht gerade ein sonniger Jahresabschluss, den der Reisekonzern Thomas Cook vorlegt. Die Nordafrika-Unruhen und eine hohe Abschreibung haben dem Tui-Rivalen einen Verlust von einer halben Milliarde Pfund beschert. Nun müssen die Aktionäre auf Dividenden verzichten.
Am Boden: Der Reisekonzern Thomas Cook kämpft mit hohen Verlusten

Am Boden: Der Reisekonzern Thomas Cook kämpft mit hohen Verlusten

Foto: Alexander Hassenstein/ Getty Images

Peterborough - Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr stand unter dem Strich ein Minus von 521 Millionen Pfund (616 Mio Euro), wie das Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor am Mittwoch mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte das Minus noch knapp drei Millionen Pfund betragen.

Auf Dividenden sollen die Aktionäre bis auf weiteres verzichten. Weil bereits eine Zwischenausschüttung stattfand, gab es je Aktie allerdings eine Dividende von 3,75 Pence nach 10,75 Pence ein Jahr zuvor. Das Unternehmen hatte die Vorlage der Jahreszahlen verschoben, weil es zunächst die weitere Finanzierung mit den Banken klären musste.

Grund für den hohen Verlust sind den Angaben zufolge vor allem Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe auf die Geschäftsfelder in Großbritannien und Kanada, von denen das Management künftig geringere Gewinne erwartet. Die Unruhen in Nordafrika kosteten das Unternehmen im operativen Geschäft 80 Millionen Pfund.

Thomas Cook  hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr mehrmals seine Gewinnprognose gesenkt. Dem hoch verschuldeten Konzern setzen die Zurückhaltung der Verbraucher auf dem Heimatmarkt zu sowie die Folgen der Unruhen in Nordafrika und die allgemeinen Marktturbulenzen.

Vor allem in Großbritannien laufen Thomas Cook die Kunden aus Angst vor einem Zusammenbruch des deutsch-britischen Reisekonzerns davon. Daher sollen dort 200 Geschäfte, die nicht gut laufen, geschlossen werden.

wed/rtr/dpa-afx
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