Trotz drei Verlustquartalen Tui schafft Sprung in die Gewinnzone

Überraschung in Hannover: Trotz der Nordafrika-Krise und den Problemen bei Hapag-Lloyd hat Tui das vergangene Geschäftsjahr mit einem Überschuss abgeschlossen. Für den neuen Bilanzzeitraum zeigt sich Tui-Chef Michael Frenzel vorsichtig optimistisch.
Tui-Logo in Hannover: Grund zum Lächeln

Tui-Logo in Hannover: Grund zum Lächeln

Foto: REUTERS

Hannover - Unter dem Strich stand nach den zwölf Monaten bis Ende September ein Überschuss von rund 24 Millionen Euro nach 102 Millionen Euro ein Jahr zuvor, teilte Tui mit. Analysten hatten einen Verlust erwartet, nachdem die ersten drei Quartale mit roten Zahlen abgeschlossen wurden. Dennoch sollen die Aktionäre wie in den Vorjahren auf eine Dividende verzichten.

Der Umsatz stieg im laufenden Geschäftsjahr dank höherer Urlauberzahlen überraschend stark um 7 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (Ebita) legte um 2 Prozent auf 600 Millionen Euro zu.

Während die Unruhen in Nordafrika das Veranstaltergeschäft und die zu Tui  gehörenden Hotelketten wie Riu und Iberotel insgesamt 83 Millionen Euro kosteten, profitierte das Unternehmen vom starken Absatz lukrativer Exklusivreisen und dem Urlauberstrom nach Spanien.

Millionenverluste bei Hapag-Lloyd

Der Preiskampf in der Containerschifffahrt kostete den im MDax  notierten Konzern hingegen Geld. Für die verbliebene Beteiligung an der Containerreederei Hapag-Lloyd musste Tui einen Verlust von zwei Millionen Euro hinnehmen. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Gewinn von 150 Millionen Euro gestanden.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September 2012 zeigt sich Tui-Chef Michael Frenzel vorsichtig optimistisch. So sollen der Umsatz und der bereinigte operative Gewinn (Ebita) moderat steigen. Auch unter dem Strich erwartet der Vorstand einen Gewinn. Das Umfeld bleibe aber angesichts des sich abschwächenden wirtschaftlichen Wachstums in Europa und der unverändert hohen Energiekosten herausfordernd, so Frenzel

Dazu könnte auch der Verkauf weiterer Anteile an der Containerreederei beitragen. Tui hatte am Dienstag entschieden, den Großteil der verbliebenen Hapag-Lloyd-Beteiligung dem Hamburger Konsortium "Albert Ballin" anzudienen, das bereits die Mehrheit an der Reederei hält.

mg/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.