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Maschmeyers Reich: Bestens vernetzt und milliardenschwer

Foto: Tobias Hase/ picture alliance / dpa

Swiss Life Maschmeyer offenbar vor dem Absprung

Der AWD-Gründer und größte Einzelaktionär der Swiss Life, Carsten Maschmeyer, plant offenbar seinen Rückzug. Er wolle seinen Sitz im Verwaltungsrat aufgeben und wohl auch seinen Anteil an dem Schweizer Konzern deutlich reduzieren, heißt es. 

Zürich/Frankfurt am Main - Der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer zieht sich Bankenkreisen zufolge beim größten Schweizer Lebensversicherer Swiss Life zurück. Der Gründer des hannoverschen Finanzvertriebs AWD, den er 2008 an die Schweizer verkauft hat, stelle seinen Sitz im Verwaltungsrat des Konzerns mit sofortiger Wirkung zur Verfügung, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Zudem wolle der 52-Jährige zeitnah seinen Anteil an Swiss Life von gut 5 Prozent auf unter 3 Prozent reduzieren. Maschmeyers Beteiligung hat umgerechnet einen Wert von 125 Millionen Euro. Er ist größter Einzelaktionär von Swiss Life. Der Versicherer äußerte sich zunächst nicht dazu.

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Maschmeyers Reich: Bestens vernetzt und milliardenschwer

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Maschmeyer hatte den Anteil im Herbst 2008 übernommen und durfte ihn bis Oktober 2010 nicht verkaufen. Das Unternehmen wollte das nicht kommentieren. "Maschmeyer zieht einen Schlusstrich unter das Kapitel AWD", sagte ein Insider.

Der Unternehmer wolle sich voll auf seine anderen Investments konzentrieren. Er war unter anderem beim Fahrradhersteller Mifa eingestiegen. Es gebe keine Unstimmigkeiten mit Swiss Life. Maschmeyer sei aber unzufrieden mit der Art und Weise, wie AWD die jüngsten Rechtsstreitigkeiten handhabe.

Swiss Life hatte AWD für 1,2 Milliarden Euro gekauft und kämpft seither damit, die Geschäfte der von der Finanzkrise getroffenen Tochter wieder in Schwung zu bringen. Der Konzern hat die Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten kürzlich erhöht. In Österreich untersucht die Staatsanwaltschaft die Vertriebspraktiken von AWD. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien prüft, ob AWD in betrügerischer Weise Finanzprodukte vertrieben hat. Sie ermittelt gegen rund 20 AWD-Manager.

rei/reuters
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