Neuer Kaliabbau K+S investiert 2,4 Milliarden Euro in Kanada

K+S expandiert auf dem nordamerikanischen Kontinent. Für rund 2,4 Milliarden Euro erschließt der Salz- und Düngerkonzern ein Kalivorkommen in Kanada. In fünf Jahren soll die Produktion Gewinne abwerfen. Die Nachricht sorgt an der Börse für Bewegung.  
Salzabbau in Rheinberg am Niederrhein: K+S hat auch in Nordamerika viel vor

Salzabbau in Rheinberg am Niederrhein: K+S hat auch in Nordamerika viel vor

Foto: obs / K+S

Kassel - Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S baut seine Präsenz in Nordamerika aus und investiert dazu in den nächsten Jahren rund 2,4 Milliarden Euro in die Erschließung einer Kalilagerstätte in Kanada. Der Aufsichtsrat habe die Investitionen für das sogenannte Legacy-Projekt bewilligt, teilte K+S am Dienstag in Kassel mit. Nach ersten Bohrungen und Arbeiten an Straßen sowie der Wasser- und Stromversorgung will K+S  nun bis 2015 eine Kaliproduktion aufbauen. Ab dem Folgejahr soll sie die Gewinnschwelle erreichen und danach wesentliche Ergebnisbeiträge liefern.

Die im Dax  notierte Aktie legte vorbörslich zunächst nahezu 2 Prozent zu. Später nutzten Anleger offensichtlich die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen und schickten das Papier mit bis zu einem Prozent ins Minus. K+S gehörte damit am frühen Vormittag zu den größten Verlierern im Dax.

"Das Legacy-Projekt ist ein bedeutender Schritt zum Ausbau unserer Kalikapazitäten und eröffnet uns die Teilnahme am Wachstum des Weltkalimarktes", sagte Vorstandschef Norbert Steiner. Die kanadische Produktion sei wichtig für den Absatz in Wachstumsmärkten wie Asien, Süd-, aber auch Nordamerika. "Der neue Standort wird sich darüber hinaus positiv auf unsere durchschnittlichen Produktionskosten auswirken und unsere Flexibilität erhöhen."

Kapazitäten sollen sukzessive steigen

Bis zum Jahr 2023 will K+S die jährliche Gesamtkapazität des Bergwerkes auf 2,86 Millionen Tonnen des Düngesalzes gesteigert haben. Innerhalb von zehn weiteren Jahren könnte die Kapazität auf vier Millionen Tonnen ausgeweitet werden. Die Finanzierung soll, wie zuvor angekündigt, überwiegend aus eigener Kraft gestemmt werden.

Die Lagerstätte befindet sich etwa 50 Kilometer nördlich der Stadt Moose Jaw in der wenig bevölkerten kanadischen Provinz Saskatchewan. Laut K+S verfügt das Projekt über nachgewiesene Reserven von 160 Millionen Tonnen Kaliumchlorid und dürfte mit den erwarteten Fördermengen eine Lebensdauer von mehr als 55 Jahren haben. Im Endausbau dürften mehr als 300 Menschen dort arbeiten.

Das sogenannte Legacy-Projekt ist Teil der Kali-Vorkommen, die sich die ehemalige BASF-Tochter durch die Übernahme der kanadischen Potash One gesichert hat. Ganz in der Nähe des Branchenprimus Potash Corp. of Saskatchewan und des vom weltgrößten Bergwerksbetreiber BHP Billiton erworbenen Project Jansen will K+S eine eigene Förderung aufbauen. Das Unternehmen rechnet mit weiter steigenden Kalipreisen.

cr/dpa-afx
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