Trotz Quartalsgewinn Hochtief kassiert Prognose

Trotz eines erfolgreichen dritten Quartals hat Deutschlands größter Baukonzern Hochtief seinen Ausblick für das Gesamtjahr mit einem Fragezeichen versehen. Schuld daran sind dem Unternehmen zufolge die Flughafensparte und das unsichere konjunkturelle Umfeld.
Hochtief-Baustelle: Die Flughafensparte wird wohl dieses Jahr nicht mehr verkauft

Hochtief-Baustelle: Die Flughafensparte wird wohl dieses Jahr nicht mehr verkauft

Berlin - Aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage sei es möglich, dass der geplante Verkauf der Flughafensparte nicht mehr in diesem Jahr erfolgen könne, teilte Hochtief mit. Dies würde zu einem Konzernverlust von zirka 100 Millionen Euro führen. Werde der Verkauf doch noch realisiert, werde weiterhin ein Konzerngewinn über Vorjahresniveau erwartet. Nach Auskunft von mit den Gesprächen vertrauten Personen bemühen sich der französische Baukonzern Vinci sowie der chinesische Luftfahrt- und Logistikkonzern HNA um die Sparte.

Im dritten Quartal betrug der Gewinn den Angaben zufolge 98,7 Millionen Euro nach 54,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damit sei der Turnaround geschafft worden. Nach neun Monaten sei ein Verlust von 57,0 Millionen Euro angefallen. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 142,7 Millionen Euro verbucht.

Das starke dritte Quartal habe den Verlust aus dem ersten Halbjahr, der vor allem auf die australische Tochter Leighton zurückgehe, noch nicht ausgleichen können, erklärte der im MDax  notierte größte deutsche Baukonzern. Für 2012 erwartet Hochtief  aber einen Gewinn, der deutlich über dem bisherigen Rekordergebnis aus dem Jahr 2010 liegt.

2010 setzte Hochtief mit mehr als 70.000 Mitarbeitern 20,2 Milliarden Euro um. Der Gewinn betrug 288 Millionen Euro. Der Konzern ist auf allen wichtigen Märkten der Welt präsent und entwickelt, baut und betreibt Infrastrukturprojekte, Immobilien und Anlagen. Seit Juni dieses Jahres hält der spanische Baukonzern ACS die Mehrheit an Hochtief.

mg/rtr/dapd
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