Korruptionsstudie Russische Firmen schmieren am häufigsten

Geht es um neue Aufträge, scheinen russische und chinesische Firmen besonders oft mit Schmiergeld nachzuhelfen. Die korrektesten Unternehmen stammen nach einer Studie der Antikorruptions-Organisation Transparency International dagegen aus den Niederlanden und der Schweiz.
Gibst Du mir, geb ich Dir: Gerade bei der Vergabe öffentlicher Aufträge fließt offenbar noch viel Schmiergeld, berichtet Transparency International

Gibst Du mir, geb ich Dir: Gerade bei der Vergabe öffentlicher Aufträge fließt offenbar noch viel Schmiergeld, berichtet Transparency International

Foto: A3397 Gero Breloer/ dpa

Berlin - Firmen aus Russland und China setzen nach einem Vergleich der Antikorruptions-Organisation Transparency International (TI) am häufigsten Schmiergelder bei Geschäften im Ausland ein. Dagegen belegt Deutschland nach der am Dienstag veröffentlichten Liste den vierten Platz in der Rangfolge der Länder, deren Firmen ihre internationalen Geschäftsziele weniger häufig mit Bestechungen zu erreichen suchen.

Die korrektesten Unternehmen stammen demnach aus den Niederlanden und der Schweiz. Beide Länder führen mit je 8,8 Punkten die Liste an.

Die Untersuchung stützt sich auf die Befragung von Geschäftsleuten, die zwischen null (Schmiergeld wird immer eingesetzt) und zehn (bestochen wurde nie) Punkten vergeben konnten. Vor Deutschland mit 8,6 Punkten rangiert Belgien mit 8,7 Punkten. Am anderen Ende der Rangfolge von 28 Ländern stehen Mexiko (7,0 Punkte) und Indonesien (7,1) vor China (6,5) und Russland (6,1). Die USA belegen mit 8,1 Punkten den zehnten Platz.

TI-Chefin Huguette Labelle forderte die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) dazu auf, mehr gegen die Korruption zu unternehmen: "Bei ihrem Treffen in Cannes diese Woche müssen die G20-Regierungen Maßnahmen gegen Bestechungsversuche im Ausland als vordringliche Aufgabe begreifen." Dadurch würde die Weltwirtschaft fairer.

TI untersuchte auch, welche Wirtschaftsbereiche am häufigsten von Bestechungsversuchen betroffen sind. Demnach fließt Schmiergeld meistens bei öffentlichen Aufträgen und Bauarbeiten. Am wenigsten bestochen wird in der Landwirtschaft.

rei/reuters
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