Samstag, 7. Dezember 2019

Afrika Schwarzer Kontinent im goldenen Licht

Afrika: In Lagos bemüht man sich um kreative Problemlösungen

Arabischer Frühling, Demokratisierungstendenzen und eine wachsende Mittelschicht - in Afrika mehren sich die Signale der Hoffnung. Eine wichtige Rolle bei der künftigen Entwicklung des Schwarzen Kontinents kommt China zu.

Hamburg - In Lagos will man nach Makka duften. Makka, das ist ein Rasierwasser von PZ Cussons, einem Unternehmen, das sich unter anderem auf Afrika spezialisiert hat und vor allem in Nigeria aktiv ist. "Für nigerianische Männer ist es offenbar ein Muss", sagte M&G-Fondsmanager Graham French vor einiger Zeit gegenüber manager magazin. Kosmetika statt Not und Bürgerkrieg - immer häufiger taucht Afrika in einem neuen Kontext auf.

Drei Gründe gibt es dafür, erläutert Baldwin Berges von Silk Invest, einem Unternehmen, das sich auf Investments unter andere in Afrika spezialisiert hat. Da ist die vernetzende Wirkung der Telekommunikationstechnologie, die zum Beispiel dafür sorgt, dass Afrika Zugang zur Welt hat, sei es über das Internet, sei es über das Handy. Inzwischen können sogar Überweisungen über das Mobiltelefon abgewickelt werden.

Dazu kommt die junge Bevölkerung des Kontinents. "Nehmen Sie die USA als Beispiel, als das Land selbst noch eine aufstrebende Nation war, damals im 19. Jahrhundert", sagt Berges. "Das Land hatte eine sehr junge Bevölkerung und die war zu einem Gutteil für das gewaltige Wachstum verantwortlich. Gesellschaften mit einer großen Bevölkerung, die gleichzeitig offen für die Welt sind, sind oftmals auch erfolgreich, so wie Brasilien oder China. Und das gilt auch für die meisten afrikanischen Nationen." Und das bietet vor allem eine Chance. "Sie liegt darin, dass eine Milliarde Menschen in Afrika graduell in die Mittelklasse aufrücken." Und beginnen, entsprechend zu konsumieren.

"Subsahara-Afrika zeigt insbesondere seit dem Jahr 2000 eine schon fast atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung mit konstant hohen Wachstumsraten", sagt Christian Römlein, Präsident des Fördervereins "African Business Academy for Entrepreneurship". "Parallel werden die politischen Systeme stabiler und vertrauenswürdiger." Und er prognostiziert: "Wir werden in den nächsten dreißig bis fünfzig Jahren einen 'goldenen Süden' erleben." Und diese Ewartung schlägt sich auch in den Direktinvestitionen nieder. Die stiegen mit Blick auf die Subsahara-Region von 6 Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf 40 Milliarden im Jahr 2010, zeigt eine Erhebung der Fondsgesellschaft Charlemagne Capital.

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