Mittwoch, 20. November 2019

Finanzinvestor Blackstone steigt bei Leica ein

Traditionsmarke: Leica ist Pionier der Kleinbildkameras

Der US-Finanzinvestor Blackstone steigt beim traditionsreichen deutschen Kamerahersteller Leica ein. Der österreichische Großaktionär ACM, unter dem die Trendwende des Unternehmens gelungen ist, verkauft Anteile.

Solms - Darauf hätten sich Blackstone und der Mehrheitsaktionär, die Salzburger Gruppe ACM, verständigt, teilte Leica am Mittwoch mit. Von Blackstone beratene Fonds sollen demnach 44 Prozent an Leica übernehmen. Über den Preis vereinbarten die Unternehmen den Angaben zufolge Stillschweigen. Ziel des Blackstone-Einstiegs sei es, Leica international wachsen zu lassen. Der Kamerahersteller wolle künftig neue Märkte in Asien, Südamerika und im Nahen Osten erschließen.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 setzte Leica 249 Millionen Euro um und verdiente damit operativ 42 Millionen Euro. Erstmals seit 1997 schüttet das Unternehmen eine Dividende aus. Das Unternehmen, das neben Kameras auch Ferngläser herstellt, hat seinen Hauptsitz im hessischen Solms und beschäftigt nach eigenen Angaben 1150 Mitarbeiter.

Das seit mehr als 140 Jahren bestehende Unternehmen machte sich seit dem Ersten Weltkrieg mit hochwertigen Fotoapparaten und Objektiven weltweit einen Namen; 1914 konstruierte Entwicklungschef Oskar Barnack mit der "Ur-Leica" die erste Kleinbildkamera der Welt. Die Kameras wurden unter anderem von Fotografen-Legenden wie Henri Cartier-Bresson genutzt. 2005 stand Leica allerdings am Rande der Pleite und musste mit einer Kapitalerhöhung durch den österreichischen Unternehmer Andreas Kaufmann gerettet werden, weil es den Umstieg von analoger auf digitale Technik verpasst hatte.

ak/afp/rtr/dapd

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