Dienstag, 21. Mai 2019

Kaufangebot Springer hält WAZ für wertvoller

WAZ Zentrale: Springer ist weiterhin an der WAZ interessiert - und legt nach

Springer-Chef Matthias Döpfner legt nach: In einem Telefonat mit dem Testamentsvollstrecker des WAZ-Mitgründers Erich Brost hat der Konzernlenker klargestellt, dass Springer die WAZ jetzt höher bewertet als in einem ersten unverbindlichen Angebot. Es geht um eine Milliardensumme.

Hamburg - Die Axel Springer AG, die Ende September ein Angebot für einzelne Verlage und Beteiligungen der Zeitungsgruppe WAZ ("Westdeutsche Allgemeine", "Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung") abgegeben hat, wäre offenbar bereit, den gebotenen Betrag noch zu erhöhen.

Wie das manager magazin in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, habe Springer-Chef Mathias Döpfner (48) dem Essener Anwalt Peter Heinemann (75) in einem Telefonat Anfang Oktober mitgeteilt, dass der Springer-Verlag den Gesamtwert der WAZ, an dem sich das Angebot bemisst, höher einschätze als die von Döpfner in einem vertraulichen Schreiben zunächst genannten 1,4 Milliarden Euro.

Wie das manager magazin erfuhr, taxiert man die WAZ Springer-intern auf 1,6 Milliarden bis 1,8 Milliarden Euro. Heinemann ist Testamentsvollstrecker des WAZ-Mitgründers Erich Brost, dessen Enkel ihren 50-Prozent-Anteil verkaufen wollen.

Die WAZ-Mitgesellschafterin Petra Grotkamp (68) hatte im August 470 Millionen Euro für den Anteil der Brost-Enkel geboten. Grotkamp geht von einem Gesamtwert der WAZ von 940 Millionen Euro aus. Eine Stellungnahme der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG stützt die Bewertung. Heinemann hat nun PricewaterhouseCoopers mit einem weiteren Wertgutachten beauftragt.

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