Sportartikelhersteller Adidas-Marke Neo soll Milliardenumsatz bringen

2012 soll für Adidas besonders erfolgreich werden. Rückenwind erhofft sich Firmenchef Herbert Hainer von der Fußball-EM und den Olympischen Spielen. Zudem soll die neue Jugendmarke Neo Umsätze bringen. Schwankende Kosten hat der Sportartikelhersteller im Griff, so Hainer.  
Im Zeichen des Sports: Adidas blickt optimistisch ins kommende Jahr

Im Zeichen des Sports: Adidas blickt optimistisch ins kommende Jahr

Foto: dpa/dpaweb

Moskau - Der Sportartikelhersteller Adidas zeigt sich zuversichtlich für das kommende Geschäftsjahr. "Sie sehen einen sehr optimistischen Vorstandschef vor sich", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer am Dienstag in Moskau. 2012 steht ganz im Zeichen großer Sportveranstaltungen wie der Fußballeuropameisterschaft in der Ukraine und Polen sowie der Olympischen Spiele in London.

Die Bestellungen der Händler für das erste Quartal 2012 seien bereits raus, "und das ist sehr gut gelaufen", sagte Hainer. Am Vortag hatte Adidas mitgeteilt, mit Hilfe der EM den Rekord beim Fußballumsatz aus dem Jahr 2010 von mehr als 1,5 Milliarden Euro zu brechen. Die Olympischen Spiele wirken sich traditionell weit weniger auf die Umsätze aus, sie sind aber bedeutend für den Imagegewinn von Sportartikelkonzernen, weil sich die eigene Marke vor einem großen Publikum bewerben lässt.

Für eine genaue Prognose für 2012 sei es noch zu früh, sagte Hainer. Adidas werde diese aber bei der Vorstellung der Zahlen zum dritten Quartal liefern.

Hoffnungsträger Neo

Auf zusätzliche Umsätze hofft Adidas  künftig mit der neuen neuen Modemarke Neo. Der Sportartikelhersteller will damit verstärkt junge Mädchen als Kunden gewinnen. Neo habe in den nächsten fünf Jahren ein Umsatzpotenzial von einer Milliarde Euro, sagte Vorstandschef Hainer. In China gebe es mit Handelspartnern bereits rund 1000 Neo-Läden, dazu 26 in Russland und einige in Indien. Im deutlich härter umkämpften Heimatmarkt will der Dax-Konzern in den größeren Städten zunächst zehn Stores eröffnen.

Zielgruppe seien weibliche Teenies, die bisher vor allem bei H&M, Zara oder Esprit einkauften, sagte Hainer. Das Preisniveau werde unter anderen Adidas-Produkten liegen, aber deutlich über den neuen Rivalen. "Wir haben eine Testphase von zwölf Monaten vorgesehen und erwarten, dass es klappt." Sollte Neo in Deutschland ein Erfolg werden, sollen weltweit weitere Länden eröffnet werden.

Um die monatlichen Neo-Kollektionen schneller in die Läden zu bekommen und allgemein die Auslieferungen nach Westeuropa zu verkürzen, werde verstärkt in der Türkei und einigen anderen südosteuropäischen Ländern produziert, sagte der Firmenchef. "Wir bauen die Produktion hier weiter aus." Aus der Region könne Westeuropa in 48 Stunden beliefert werden, per Schiff sei Ware aus Asien dagegen oft mehr als einen Monat unterwegs.

Kein Problem durch schwankende Kosten

Außerdem legen die Löhne in den asiatischen Produktionsländern schnell zu, was auch den weltgrößten Sportartikelhersteller Nike  und den kleineren Rivalen Puma  trifft. In China seien die Löhne zuletzt teilweise um 15 bis 25 Prozent angehoben worden, sagte Hainer. Dafür seien die Rohstoffkosten, etwa für Baumwolle und Polyester, in den vergangenen beiden Monaten wieder gefallen. Alles in allem würden sich die Effekte ausgleichen.

Hainer rechnet daher mit einer stabilen Rohertragsmarge im dritten Quartal 2011. Details soll es Anfang November geben. Marktführer Nike hatte von Juni bis August fast drei Punkte auf 44,3 Prozent eingebüßt. Hauptgründe waren höhere Produktionskosten und Preisnachlässe. Das werde aber kein Adidas-Trend, betonte Hainer, der für das Gesamtjahr eine Rohertragsmarge von 47,5 bis 48,0 Prozent erwartet, was etwa dem Niveau von 2010 entsprechen würde.

cr/rtr/dpa-afx