Betriebsversammlungen Bodenpersonal behindert Flugverkehr bisher nicht

Die Betriebsversammlungen der Beschäftigten der Bodendienste an mehreren deutschen Flughäfen haben bisher nicht zu Verzögerungen geführt. Und die Deutsche Flugsicherung zeigt sich unterdessen zu neuen Schlichtungsgesprächen bereit.
Flughafen Frankfurt: 2000 Beschäftigte legen aufgrund einer Versammlung die Arbeit nieder

Flughafen Frankfurt: 2000 Beschäftigte legen aufgrund einer Versammlung die Arbeit nieder

Foto: dapd

Nürnberg - Ohne Behinderungen für den Flugverkehr hat ein Reigen von Betriebsversammlungen an deutschen Airports begonnen. Die rund 600 Mitarbeiter des Flughafens Nürnberg würden nacheinander in Gruppen informiert, damit es für die Reisenden nicht zu Behinderungen komme, sagte ein Sprecher am Morgen der dpa. Auch vom Stuttgarter Flughafen hieß es, die Passagiere müssten nicht mit Behinderungen rechnen.

Thema der Betriebsversammlungen ist ein Vorschlag der EU-Kommission für mehr Wettbewerb bei der Bodenabfertigung. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi befürchtet Lohndumping und Überregulierung.

Die Gewerkschaft hatte Behinderungen an einzelnen Airports wegen der Versammlungen nicht ausgeschlossen. Betriebsversammlungen sind laut Verdi neben Nürnberg auch in Frankfurt, Hamburg, Köln-Bonn, München und Stuttgart geplant. Allein am größten deutschen Airport in Frankfurt würden mittags voraussichtlich 2000 Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste an der mehr als einstündigen Betriebsversammlung teilnehmen. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld sollte lediglich Infomaterial an Fluggäste verteilt werden.

Flugsicherung erneuert Gesprächsangebot

Kurz vor Beginn der Beratungen über einen möglichen Fluglotsenstreik hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) ihr Angebot für eine erneute Schlichtung bekräftigt. "Wir sind verhandlungsbereit und hoffen, dass die Gewerkschaft der Flugsicherung an den Verhandlungstisch zurückkehrt", sagte ein DFS-Sprecher in Langen bei Frankfurt. Die Stimmung bei den Fluglotsen sei allerdings schlecht. "Wir fühlen uns an der Nase herumgeführt", sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die DFS sei zuletzt zu Verhandlungspositionen zurückgekehrt, die eigentlich schon vom Tisch gewesen seien.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) berät ab 13 Uhr in Frankfurt über mögliche Streiks der Fluglotsen. Rein theoretisch könnte es bereits am Dienstagabend nach 20 Uhr zu den ersten Arbeitsniederlegungen kommen. Weil die Auswirkungen am Abend vergleichsweise gering ausfallen dürften, gilt ein Streik am Mittwoch als wahrscheinlicher. Dadurch könnte der Flugverkehr über Deutschland für mehrere Stunden lahmgelegt werden. Die Lotsen müssen einen Streik mindestens 24 Stunden vorher ankündigen. Die Flugsicherung könnte versuchen, dies mit einem Gang vor das Arbeitsgericht noch zu verhindern.

Am vergangenen Freitag waren die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und der Deutschen Flugsicherung für die rund 5000 Beschäftigten, darunter 1900 Fluglotsen, ergebnislos abgebrochen worden. Gewerkschaft und Flugsicherung gaben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der erneuten Schlichtung.

sk/dpa-afx

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