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Fotostrecke: China ist das Land der Chancen

Foto: BDO / manager magazin Online

Standortranking China dreimal attraktiver als Frankreich

Deutschland zählt laut einer BDO-Studie zu den beliebtesten Investitionsstandorten. China und die USA schneiden allerdings besser ab - aus verschiedenen Gründen.
Von Kristian Klooß

Hamburg - Aufstände in der arabischen Welt, Korruption in Russland und Indien, Rezessionen in den hoch verschuldeten westlichen Volkswirtschaften. Für expansionswillige Unternehmen sollten diese Meldungen erst einmal abschreckend klingen. Und doch sehen 95 Prozent der mittelgroßen weltweit agierenden Unternehmen einer internationalen Expansion in den kommenden drei Jahren positiv entgegen.

Als bevorzugtes Ziel für Expansion internationaler Unternehmen rangiert Deutschland mit 12 Prozent auf Rang drei, nach China (16 Prozent) und den USA (15 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt das jährliche Wirtschaftsbarometer des internationalen Wirtschaftsprüfernetzwerks BDO, das manager magazin Online vorliegt. Im BDO Global Market Opportunity Index, das die Attraktivität des Standortes misst, erreicht Spitzenreiter eine dreimal so hohe Punktzahl wie das auf Rang sieben plazierte Frankreich.

Befragt wurden branchenübergreifend Unternehmen, die im Jahr zwischen 50 Millionen und einer Milliarde Euro umsetzen. Wobei weltweit insgesamt 750 Finanzverantwortliche in Unternehmen aus Deutschland und zwölf weiteren Ländern (Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Indien, Japan, Niederlande, Russland, Saudi-Arabien, England und USA) zu ihren Wachstumsplänen Auskunft gaben.

Laut Studie schätzen die weltweit befragten Chief Financial Officers (CFO), dass durchschnittlich 44 Prozent der Umsätze der nächsten drei Jahre im Ausland erwirtschaftet werden - bislang sind es 37 Prozent. Deutsche Finanzverantwortliche gehen sogar davon aus, dass in drei Jahren knapp die Hälfte (48 Prozent) des Umsatzes durch Geschäft im Ausland erwirtschaftet wird. Und das, obwohl ein Drittel von ihnen das Wachstum im Ausland als schwieriger einschätzen als noch vor drei Jahren.

Fachkräftemangel bremst das internationale Wachstum

China gilt wegen seiner hohen Wachstumsraten und der noch immer vergleichsweise niedrigen Löhne als attraktiver Markt. Die USA hingegen punkten vor allem durch ihre gute Infrastruktur und den hohen Technologiestand des Landes. An Deutschland wiederum schätzen vor allem chinesische Unternehmen die gut ausgebildeten Fachkräfte, die hohe technische Qualität und die effizienten Vertriebsstrukturen des Marktes.

Rang drei belegen auch die deutschen Firmen - zumindest, wenn es um die Höhe der Auslandsinvestitionen geht. Beliebtestes Land für Direktinvestitionen ist dabei China (16 Prozent), vor den USA (15 Prozent) sowie Frankreich (6 Prozent) und England (6 Prozent).

"Bei der Wahl spielen unterschiedliche Faktoren, insbesondere die Größe des Zielmarktes und die Infrastruktur im Land eine Rolle", sagt Arno Probst, Vorstand Markets der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Erfülle ein Zielland diese Kriterien, seien Unternehmer zuversichtlicher hinsichtlich der Expansion.

44 Prozent der deutschen Firmen sehen vor allem in der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern vor Ort die größte Herausforderung für Wachstum im Ausland. Hürden für die internationale Expansion sind auch die weltweiten Wechselkursschwankungen (42 Prozent). Darüber hinaus schreckt der lokale Wettbewerb im Ausland viele Unternehmen (38 Prozent) - er ist gerade in europäischen Ländern stark ausgeprägt.