Nach zwei Jahren Lufthansa will British Midland verkaufen

Die Lufthansa zeigt sich unzufrieden mit ihrer verlustreichen Tochtergesellschaft British Midlands. Das erst 2009 übernommene britische Unternehmen wird zum Verkauf angeboten. Spekulationen über eine Fusion mehrerer Konzerntöchter zu einem großen Billigflieger weist die Lufthansa zurück.
BMI-Flieger: Suche nach einem geeigneten Partner

BMI-Flieger: Suche nach einem geeigneten Partner

Frankfurt am Main - Die Lage des 2009 komplett übernommenen Unternehmens bleibe schwierig, sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Stefan Lauer am Mittwochabend vor Journalisten in Frankfurt. Man arbeite hart an einer Perspektive für British Midland (BMI) und prüfe ausdrücklich, ob man nicht einen geeigneten Partner für die Gesellschaft finden könne.

Die BMI verfolge letztlich ein anderes Geschäftsmodell als die übrigen Gesellschaften im Konzern, sagte Lauer. Sie verfüge in London nicht über ausreichend Start- und Landerechte (Slots). Der britische Markt sei derzeit der schwächste in Europa, zudem habe BMI überdurchschnittlich unter den Problemen in Nordafrika gelitten.

Lauer bekräftigte hingegen das Ziel, die österreichische Austrian Airlines (AUA) komplett in den Lufthansa-Konzern  zu integrieren. Der Prozess laufe "hervorragend". Die ehemalige Staatslinie werde ihr Ergebnis in diesem Jahr verbessern. Spekulationen, dass die AUA zusammen mit Germanwings und BMI zu einem großen Billigflieger umgebaut werden solle, seien "kompletter Unsinn". AUA verfüge über ein gutes Netz.

Lufthansa erhöht Ticketpreise

Nach einem halben Jahr Suche hat die Lufthansa einen neuen Chef für ihre defizitäre österreichische Tochter gefunden. Der Chef des Luftfahrt-Bündnisses Star Alliance, Jaan Albrecht, soll am 1. November nach Wien wechseln, teilte die Lufthansa am Mittwoch mit. Der Posten war seit März nicht besetzt, nachdem der designierte neue AUA-Chef Thierry Antinori kurz vorher abgesagt hatte. In der Zwischenzeit führen die Vorstände Andreas Bierwirth und Peter Malanik die AUA gemeinsam. Nach einer jahrelangen Verlustserie wollte die AUA eigentlich dieses Jahr kostendeckend arbeiten - das Ziel wurde vor einer Woche kassiert.

Für den Gesamtkonzern bestätigte Lauer erneut die Perspektive, den operativen Gewinn in diesem Jahr zu steigern. Das Unternehmen stehe europaweit unter den Netzwerk-Carriern am besten da.

Nach Erhöhung der Europapreise wird nun das Fliegen mit der Lufthansa auch auf der Langstrecke teurer. Das Unternehmen erhöht seine Ticketpreise ab dem 1. September in der Economy-Klasse zwischen 10 (in die USA) und 40 Euro (Afrika, Asien), wie ein Sprecher am Mittwoch in Frankfurt bestätigte. In der Business-Klasse werden für Hin-und Rückflug zusammen zwischen 40 und 60 Euro mehr fällig und in der First Class steigen die Preise sogar um bis zu 100 Euro.

Als Grund für die Preiserhöhung nannte die Lufthansa die hohen Investitionen in ihr Produkt. So werden zahlreiche neue Flugzeuge angeschafft und die Kabinen umgebaut. Der hohe Ölpreis werde weiterhin über den Treibstoffzuschlag abgebildet, der aber derzeit unverändert bleibe. Zum August hatte Europas größte Fluggesellschaft bereits ihre Stornogebühren und die Preise für innereuropäische Flüge hochgesetzt.

ak/dpa-afx/rtr
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