Umbau geplant Conergy muss wieder Stellen streichen

Der krisengeschüttelte Solarkonzern Conergy will sich offenbar am Standort Frankfurt/Oder auf die Produktion von Solarmodulen beschränken. Mit der Neuausrichtung sollen rund 100 Stellen wegfallen, heißt es.
Conergy-Solarfabrik in Frankfurt (Oder): Hier sollen mindestens 100 Stellen wegfallen

Conergy-Solarfabrik in Frankfurt (Oder): Hier sollen mindestens 100 Stellen wegfallen

Foto: ddp

Frankfurt am Main - Conergy  steht einem Zeitungsbericht zufolge vor weiteren Einschnitten. Das Unternehmen wolle sich wegen des harten Wettbewerbs in seinem Werk in Frankfurt/Oder auf die Produktion von Solarmodulen konzentrieren und die Fertigung der Vorprodukte Wafer und Zellen aufgeben, berichtete das "Handelsblatt" am Sonntag vorab (Montagausgabe).

Die Vorprodukte wolle Conergy künftig bei Wettbewerbern einkaufen. Mit der Neuausrichtung werden dem Bericht zufolge etwas weniger als 100 der rund 700 Mitarbeiter im Frankfurter Werk ihre Stelle verlieren. In der Zentrale in Hamburg werde es einen weiteren, kleineren Arbeitsplatzabbau geben.

Ein Conergy-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Es wies aber darauf hin, dass das Unternehmen am Freitag auf seiner Hauptversammlung erklärt habe, dass das Marktumfeld sehr schwach sei und dass es einen enormen Preisdruck durch asiatische Billighersteller gebe. "Klar ist, dass man in diesem Marktumfeld etwas tun muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte der Sprecher. Conergy wolle an seinem Standort in Frankfurt/Oder festhalten. "Das befreit einen aber nicht davon zu überlegen, welche Lösungen es geben könnte, um auf dieses harte Umfeld zu reagieren." Zu den einzelnen Überlegungen wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Conergy, ehemals Vorzeigeunternehmen der deutschen Solarbranche, war 2007 ins Schlingern geraten und kämpft bis heute ums Überleben. Firmengründer Hans-Martin Rüter hatte seinerzeit eingeräumt, sich beim Ausbau des Unternehmens zu einem Mischkonzern mit Aktivitäten in Solartechnik, Biomasse, Windkraft und Geothermie verhoben zu haben. Inzwischen konzentriert sich das Unternehmen auf die Produktion von Solarmodulen und -anlagen. Doch Preisverfall und asiatische Billigkonkurrenz machen Conergy weiterhin das Leben schwer.

Auch an anderer Front kämpft das Unternehmen: So hat Conergy gegen ehemalige Manager jetzt Klage eingereicht und fordert von den Altvorständen rund 268 Millionen Euro Schadenersatz. Das Unternehmen wirft ihnen Pflichtverletzungen in den Jahren 2006 und 2007 vor.

rei/reuters
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