Hochtief Leighton drückt auf den Gewinn

Der Bauriese Hochtief kämpft auch unter seinem neuen Chef Frank Stieler mit Problemen bei der einstigen Ertragsperle Leighton. Die australische Tochter drückte den Gewinn im zweiten Quartal erneut. Der Rückgang fiel allerdings weniger drastisch aus als von Analysten erwartet.
Bei der Arbeit: Trotz Umsatzsteigerungen ist bei Hochtief der Gewinn geschrumpft

Bei der Arbeit: Trotz Umsatzsteigerungen ist bei Hochtief der Gewinn geschrumpft

Foto: A3512 Roland Weihrauch/ dpa

Essen - Deutschlands größter Baukonzern Hochtief  hat im zweiten Quartal wegen Belastungen durch die australische Tochter Leighton deutlich weniger verdient als noch vor einem Jahr. Der Gewinn vor Steuern (EBT) habe von April bis Juni 10,2 Millionen Euro betragen, teilte die im MDax  notierte Gesellschaft am Mittwoch in Essen mit.

Damit übertraf Hochtief dennoch die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Verlust von 2,4 Millionen Euro nach einem Vorsteuergewinn von 181,0 Millionen Euro im Vorjahr gerechnet hatten. Unter dem Strich erwirtschaftete der mehrheitlich zum spanischen Konkurrenten ACS gehörende Konzern 13,5 Millionen Euro, nach 54,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal von 5,1 Milliarden auf 5,46 Milliarden Euro. Während der Auftragsbestand auf knapp 47 Milliarden Euro stieg, ging der Auftragseingang auf 7,6 Milliarden Euro zurück. Im zweiten Quartal 2010 hatte der Bestand 42,3 Milliarden Euro und der Auftragseingang 9,5 Milliarden Euro betragen.

Die Aktien von Hochtief reagierten im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz mit einem Plus von 0,54 Prozent auf 49,51 (Xetra-Schlusskurs 49,25) Euro auf die Ergebniszahlen.

Verkauf des Flughafengeschäfts auf gutem Weg

Seinen Ausblick bekräftige der Konzern erneut. Nach Problemen bei seiner australischen Tochter Leighton hatte Hochtief die Ziele für 2011 im April abgesenkt und erwartet abhängig vom Verkauf seiner Flughafengeschäfts weiter einen Gewinn vor Steuern, der etwa die Hälfte des Vorjahresergebnisses betragen soll. Der Konzerngewinn soll aber über dem Wert des Vorjahres liegen. Voraussetzung für die Erfüllung der Prognosen sei jedoch, dass die Turbulenzen an den Börsen nicht zu einem Zusammenbruch der Wirtschaft führten.

Auch beim milliardenschweren Verkauf seines Flughafengeschäfts sieht sich Hochtief auf einem guten Weg. "Wir sind mit dem bisherigen Verlauf des Verfahrens sehr zufrieden und wollen die Transaktionen wie geplant bis zum Jahresende abschließen", sagte der neue Hochtief-Chef Frank Stieler laut Pressemitteilung am Mittwoch. Weitere Details wollte Stieler zum Verkaufsprozess nicht geben. Bislang fährt Hochtief zweigleisig und prüft neben einem Verkauf auch einen Börsengang des Geschäftsbereichs. Hochtief hat das Flughafengeschäft in seiner Sparte Concessions gebündelt.

Kreisen zufolge zählen zu den Interessenten unter anderem der Flughafenbetreiber Fraport gemeinsam mit dem Infrastrukturfonds der Deutschen Bank  namens RREEF, der französische Baukonzern Vinci , GIP sowie die chinesische HNA Group. Die Gebote lägen bei mehr als 1,3 Milliarden Euro.

cr/dpa/dpa-afx/rtr
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