Rote Zahlen Air Berlin muss Flugstrecken aufgeben

Teures Kerosin, Unruhen in Nordafrika, deutsche Ticketsteuer: Air Berlin verzeichnet auch im zweiten Quartal Verluste. Jetzt ist der versprochene Jahresgewinn in Gefahr - und Air-Berlin-Chef Joachim Hunold muss aus purer  Not manche Flugstrecken aufgeben. Der Aktienkurs von Air Berlin bricht ein.
Fluggesellschaft Air Berlin: Aktienkurs fällt heute

Fluggesellschaft Air Berlin: Aktienkurs fällt heute

Foto: DDP

Berlin - Tiefrote Zahlen für Air Berlin: Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben im zweiten Quartal erneut im Sinkflug. Zu den Belastungsfaktoren, die das Unternehmen für den Verlust anführt, gehört etwa die deutsche Ticketsteuer. Alleine die Ticketabgabe habe Air Berlin  zwischen April und Juni rund 45 Millionen Euro gekostet. Dazu belasteten die geringere Reistätigkeit in die Unruheregion in Nordafrika sowie teureres Kerosin als im vergangenen Jahr. Der Aktienkurs von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft reagierte mit einem Kursrutsch auf die Nachricht. Sie verlor am Freitagmorgen gegen den Börsentrend mehr als 5 Prozent ihres Werts.

Während der Umsatz auch dank der Übernahme der österreichischen Fluglinie Niki im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro kletterte, vergrößerte sich hingegen der operative Verlust: um 14 Prozent und auf 32 Millionen Euro. Infolge dessen zweifelt das Management um Vorstandschef Joachim Hunold daran, dass das Unternehmen das Gewinnziel 2011 wie geplant erreichen kann.

Die deutsche Fluggesellschaft reagiert auf die schlechten Zahlen mit einer Kürzung des Angebots. Manche Strecken, die Air Berlin bisher bedient hat, sollen komplett wegfallen. Alleine im zweiten Halbjahr 2011 will die Gesellschaft das Flugangebot um mehr als eine Million Sitze kürzen.

Air Berlin kämpft seit Jahren mit roten Zahlen. Den kompletten Quartalsbericht will das Unternehmen am 18. August veröffentlichen. Der größte Rivale der Fluggesellschaft, die Deutsche Lufthansa, hat von April bis Juni einen Gewinnsprung verbucht.

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