Beteiligung Chinesen steigen bei Münchener Rück ein

Die Investmenttochter der chinesische Notenbank People's Bank of China ist neuer Großaktionär der Münchener Rück. Wie der weltgrößte Rückversicherer mitteilte, hält die Bank seit kurzem etwas mehr als 3 Prozent der Anteile. Über die Motive des Investors wird gerätselt.    
Beliebtes Investment: Die chinesische Notenbank ist beim Rückversicherer Münchener Rück eingestiegen (im Bild: Die Konzernzentrale in München)

Beliebtes Investment: Die chinesische Notenbank ist beim Rückversicherer Münchener Rück eingestiegen (im Bild: Die Konzernzentrale in München)

Foto: DDP

Hamburg - Die Münchener Rück hat einen neuen Großaktionär aus China. Die Investmenttochter der Notenbank People's Bank of China (PBOC) habe die meldepflichtige Grenze von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Donnerstag mit. Am 5. August habe die PBOC 3,04 Prozent der Anteile gehalten. Die Chinesen sind damit plötzlich einer der größten Anteilseigner - denn die Aktien des Dax-Konzerns sind bei Investoren aus dem In- und Ausland breit gestreut.

Größter Aktionär der Münchener Rück  ist mit mehr als 10 Prozent der Stimmrechte der legendäre US-Investor Warren Buffett, der ein Faible für Versicherer hat. Ob die Chinesen strategische oder rein finanzielle Ziele mit ihrem Engagement verfolgen, blieb zunächst unklar. SAFE, die Investmenttochter der chinesischen Zentralbank, verwaltet unter anderem die ausländischen Devisenreserven des Landes. Über ihre Taktik und Vorgehensweise wird in der Regel keine Auskunft gegeben.

Die Münchener Rück investiert seit Jahren hohe Beträge in Dividenden und Aktienrückkäufe, um potenzielle Geldgeber anzulocken. Die weltweite Finanzkrise hat der Rückversicherer mit nur wenigen Schrammen überstanden. In der Regel sollen pro Jahr mindestens zwei Milliarden Euro verdient werden - Schwankungen versucht der Vorstand zu minimieren. Doch nicht immer mit Erfolg: In diesem Jahr machen ungewöhnlich teure Naturkatastrophen wie die Erdbeben in Japan und Neuseeland dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung. Die ursprüngliche Gewinnprognose von 2,4 Milliarden Euro musste zurückgenommen werden, im ersten Halbjahr stand unter dem Strich ein Verlust von 211 Millionen Euro zu Buche.

China wächst derweil seit Jahren mit atemberaubendem Tempo. Bei den Exporten hat es mittlerweile Deutschland, lange Weltmeister in dieser Disziplin, überholt. Dank der Überschüsse durch Ausfuhren kletterten die Devisenreserven des Landes zuletzt auf 3,2 Billionen Dollar. Mehr als eine Billion Dollar davon steckt in US-Staatsanleihen. Das Reich der Mitte ist damit der größte Gläubiger der USA.

Chinesische Firmen greifen aber auch in Europa an. In Deutschland machte der PC-Riese Lenovo zuletzt mit der Übernahme des Elektronikkonzerns Medion Schlagzeilen. Zudem wurden kleinere Autozulieferer wie Saargummi, KSM Castings und Preh von chinesischen Firmen geschluckt.

cr/rtr
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