Düngemittelhersteller K+S floriert, kassiert und verliert

Der Rohstoffkonzern K+S hat im zweiten Quartal von der anhaltend starken Nachfrage nach Düngemitteln profitiert. Auch der Verkauf der Hausdüngermarke Compo an den Finanzinvestor Triton trieb die Umsätze über eine Milliarde Euro. Den Aktionären ist das zu wenig.
Salzspeicher: K+S profitierte zuletzt von der hohen Nachfrage nach Düngemitteln

Salzspeicher: K+S profitierte zuletzt von der hohen Nachfrage nach Düngemitteln

Foto: dapd

Kassel - Die anhaltend starke Nachfrage nach Düngemitteln beschert dem Rohstoffkonzern K+S weiter gute Geschäfte. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2011 um 10,7 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2010. Unter dem Strich stand allerdings nur ein Nachsteuergewinn von 29 Millionen Euro nach 76 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag in Kassel mitteilte.

Das zweite Vierteljahr war vom Verkauf der Hausdüngermarke Compo an den Finanzinvestor Triton geprägt. Hier schlugen Wertberichtigungen zu Buche. An der Börse gingen K+S-Papiere  erst einmal auf Talfahrt und lagen nach Handelsauftakt zeitweise um 5 Prozent im Minus.

Der Halbjahresumsatz nahm um insgesamt 14 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro zu. Der Gewinn stieg trotz des negativen Effekts im zweiten Vierteljahr in den ersten sechs Monaten des Jahres: Nach 248,6 Millionen im ersten Halbjahr 2010 legte der Nachsteuergewinn auf nun 322,2 Millionen Euro zu. "Die positive Entwicklung dürfte sich auch im zweiten Halbjahr fortsetzen. Daher rechnen wir für das Gesamtjahr 2011 mit einem deutlich steigenden Umsatz und einer kräftigen Verbesserung des operativen Ergebnisses", sagte Konzernchef Norbert Steiner laut Mitteilung.

Konzern profitiert von hoher Düngemittelnachfrage

Der Konzern hatte bereits nach dem ersten Quartal die Prognosen angehoben und diese nun konkretisiert. Laut K+S dürfte der Umsatz im Gesamtjahr 2011 kräftig auf 5,0 bis 5,3 Milliarden Euro klettern (2010: 4,63 Milliarden Euro). Auch beim operativen Ergebnis (Ebit) rechnet der Konzern für 2011 mit einem kräftigen Anstieg auf 0,95 bis 1,05 Milliarden Euro (Vorjahr: 714,5 Millionen Euro).

Vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach Düngemitteln begünstigte die Zahlen. Weil die Preise für Agrarprodukte hoch sind, lohnt es sich für die Landwirte, Düngemittel einzusetzen, um den eigenen Ertrag zu steigern. Das hat bei K+S zu einer hohen Auslastung der Produktionskapazitäten bei Kali- und Magnesiumprodukten geführt. Gleich zweimal hat K+S in Europa den Preis für granuliertes Kaliumchlorid zuletzt erhöht. Auch die Preise für Stickstoffdüngemittel sind gestiegen.

Außerdem deckten sich Kommunen in Westeuropa beim weltgrößten Salzproduzenten bereits mit Auftausalz für den kommenden Winter ein - die Preise dafür hat K+S ebenfalls deutlich gesteigert. Der Kasseler Konzern beschäftigt weltweit rund 15.000 Mitarbeiter.

krk/dpa
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