Pritt, Pattex und Co. Henkel profitiert von Klebstoffsparte

Getrieben von seiner florierenden Klebstoffsparte steigerte der Konsumgüterkonzern Henkel im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn. Die Erwartungen für das Gesamtjahr schraubte das Unternehmen leicht nach oben.
Pritt-Klebestifte: Henkel konnte die gestiegenen Rohstoffpreise durch Preiserhöhungen an die Konsumenten weitergeben

Pritt-Klebestifte: Henkel konnte die gestiegenen Rohstoffpreise durch Preiserhöhungen an die Konsumenten weitergeben

Düsseldorf - Der Konsumgüterkonzern Henkel hat im zweiten Quartal den gestiegenen Rohstoffpreisen getrotzt und bei Umsatz und Gewinn weiter zugelegt. Dazu hatte der Hersteller von Pritt, Persil oder Fa selbst Preiserhöhungen durchgesetzt und Klebstoffe oder Waschmittel teurer verkauft. Aber auch Produktneuheiten ließen die Verbraucher zugreifen. Vor allem die Schwellenländer trugen zum Wachstum bei. An der Börse waren die Henkel-Vorzüge gefragt und kletterten im frühen Handel in einem festeren Gesamtmarkt um knapp 3 Prozent.

Der Umsatz stieg von April bis Juni um 1,6 Prozent auf 3,95 Milliarden Euro, wie Henkel  mitteilte. Organisch, also ohne Währungseffekte sowie Ver- und Zukäufe, legte er um über 6 Prozent zu.

Deutlicher als der Umsatz stieg das Ergebnis. Neben Preiserhöhungen verbesserten auch Kosteneinsparungen und effizientere Abläufe die Profitabilität. Das operative Ergebnis (Ebit) erhöhte sich um 27,5 Prozent auf 537 Millionen Euro, wobei sich hier der Verkauf des Markenartikelgeschäfts in Indien positiv auswirkte. Bereinigt um Einmalerträge und Restrukturierungskosten belief sich das Ebit auf 514 Millionen Euro. Unter dem Strich wies Henkel einen Überschuss nach Anteilen Dritter in Höhe von 366 Millionen Euro aus nach 273 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Das wirtschaftliche Umfeld beschrieb Henkel-Chef Kasper Rorsted als herausfordernd. Dazu gehörten dem Unternehmenschef zufolge neben den Rohstoffpreisen auch der intensive Wettbewerb und die zunehmende Unsicherheit in den Märkten. Dennoch hätten alle Unternehmensbereiche im zweiten Quartal zum Wachstum beitragen können.

Klebstoffsparte mit höchstem Umsatzwachstum

Den meisten Umsatz machte Henkel mit Klebstoffen. Angetrieben von der Nachfrage aus der Industrie legten die Erlöse in der Sparte um knapp 4 Prozent auf fast zwei Milliarden Euro zu, wobei sich der starke Euro im Vergleich zum Dollar ungünstig auswirkte. Organisch lag das Wachstum bei fast 9 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um ebenfalls 9 Prozent auf 278 Millionen Euro.

In der Kosmetik und Körperpflege setzte Henkel 881 Millionen Euro um und damit knapp 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ergebnis stieg zweistellig, wozu nicht zuletzt auch Preiserhöhungen beitrugen. Eine Rolle spielten dem Konzern zufolge auch neue Produkte wie zum Beispiel in der Haarpflege.

Teurer wurden im zweiten Quartal auch Wasch- und Reinigungsmittel. In diesem Segment spürte Henkel zuletzt aber auch den Druck der Wettbewerber am deutlichsten. Da der Konzern seine Waschmittel auch in Nordafrika verkauft, schlugen sich zudem die dortigen Unruhen auf das Geschäft nieder. Der Umsatz der Sparte hielt sich im zweiten Quartal mit 1,1 Milliarden Euro nahezu stabil, organisch wuchs er um 3,7 Prozent. Beim Ergebnis legte Henkel ebenfalls zu.

Nachdem der Konzern bereits ein starkes erstes Quartal hatte, hob er seine Gesamtjahresprognose für den Umsatz leicht an. Organisch will Henkel 2011 nun um rund 5 Prozent wachsen. Bislang lag die Messlatte am oberen Ende der Bandbreite von 3 bis 5 Prozent. Seine Erwartungen für das Ergebnis und die Marge behielt der Konzern bei. Danach soll die bereinigte Umsatzrendite bei 13 Prozent liegen und das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie um etwa 10 Prozent zulegen.

mg/dpa-afx
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