Schlichteranruf Fluglotsenstreik erneut abgesagt

Erleichterung auf Deutschlands Flughäfen: Die Deutsche Flugsicherung hat in der Nacht den Schlichter angerufen, damit ist der Streik der Fluglotsen vorerst abgewendet. Da sich die Flughäfen jedoch teilweise auf den Arbeitskampf vorbereitet hatten, müssen Passagiere dennoch mit Behinderungen rechnen.
Fluglotse in Frankfurt am Main: Die Schlichtung wird voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern

Fluglotse in Frankfurt am Main: Die Schlichtung wird voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Der Fluglotsenstreik in Deutschland ist abgewendet - doch Reisende müssen sich am Dienstag trotzdem auf Probleme im Flugverkehr einstellen. Zwar wurde der Ausstand der Fluglotsen wenige Stunden vor dem geplanten Beginn abgeblasen, doch hatten einige Airlines und Flughäfen bereits Vorkehrungen getroffen und etwa Flüge verschoben. Dadurch werden Unannehmlichkeiten für Passagiere erwartet.

Der Lotsenstreik konnte in der Nacht durch einen Schlichteranruf der Deutschen Flugsicherung (DFS) vermieden werden. Das bedeutet aber nicht, dass alle Flüge nach dem Plan vor der Streikandrohung eingehalten werden können.

Der Flughafen Stuttgart beispielsweise hatte sich am Montag bereits eine Ausnahmegenehmigung geholt, bis zu zehn Starts und Landungen vor 06.00 Uhr durchzuführen. Auch in Köln wurde die Abflugzeit einiger Flüge in die Nacht vorverlegt. Die Lufthansa  kündigte am frühen Dienstagmorgen an, im Falle von finanziellen Einbußen Ansprüche auf Schadenersatz zu prüfen.

Die DFS hatte den Schlichter angerufen, nachdem die Arbeitsgerichte in zwei Instanzen den Streikaufruf der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für rechtmäßig erachtet hatten. "Damit ist ein Streik der Fluglotsen innerhalb der nächsten Wochen ausgeschlossen", sagte DFS-Sprecherin Kristina Kelek. Mit der Schlichtung beginnt sofort eine neue Friedenspflicht.

Streik bei Scheitern der Schlichtung möglich

Die Gewerkschaft sagte, sie hätte den Schlichteranruf eher erwartet. "Wir sind davon ausgegangen, dass die DFS schon nach der ersten Instanz diese Karte hätte ziehen müssen, um Schaden abzuwenden", sagte Gewerkschaftssprecher Markus Siebers.

"Wir hoffen, dass wir in der Schlichtung durchkommen, da haben wir zumindest einen neutralen Dritten dabei", sagte Siebers. Ein Termin für die Schlichtung steht noch nicht fest. Siebers ging davon aus, dass die Schlichtung in drei bis vier Wochen durch ist. Bei einem Scheitern der Schlichtung seien erneute Streikpläne grundsätzlich möglich, sagte Siebers. "Das wird die Schlichtung weisen."

Die kleine Gewerkschaft verlangt neben 6,5 Prozent mehr Gehalt auch mehr Einfluss auf Stellenbesetzungen und Arbeitsbedingungen der mehr als 5000 Tarifbeschäftigten bei der Flugsicherung. Rund 1900 von ihnen sind Fluglotsen. Der bundesweite Arbeitskampf der GdF war für Dienstag zwischen 06.00 und 12.00 vorgesehen. Es hätte laut DFS keine Starts, keine Landungen und auch keine Überflüge geben können.

Die Streikandrohung hatte am Montag Airlines und Flughäfen alarmiert. So begrüßte die Lufthansa, dass der Streik doch noch abgeblasen wurde. "Die Hauptleidtragenden wären die Passagiere gewesen", sagte der Airline-Sprecher Florian Gränzdörffer.

mg/dpa

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