Hannover Rück Steuergutschrift rettet Bilanz

Dank einer dicken Steuergutschrift hat die Hannover Rück im zweiten Quartal ihren Gewinn gesteigert. Anders als beispielsweise die Münchener Rück muss der Rückversicherer auch keine Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen vornehmen. Dennoch bricht der Gewinn im gesamten ersten Halbjahr ein.
Hannover-Rück-Zentrale: "Sollte sich die internationale Schuldenkrise verschärfen, müsse die Hannover Rück kaum direkte Einbußen fürchten"

Hannover-Rück-Zentrale: "Sollte sich die internationale Schuldenkrise verschärfen, müsse die Hannover Rück kaum direkte Einbußen fürchten"

Foto: DPA

Hannover - Im zweiten Quartal sei der Gewinn um 4 Prozent auf 166,2 Millionen Euro gestiegen, teilte der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück mit. Verantwortlich dafür war allerdings hauptsächlich eine Steuergutschrift.

Im gesamten ersten Halbjahr sank der Gewinn um knapp 30 Prozent auf 219 Millionen Euro. Vorstandschef Ulrich Wallin hält dennoch an seinen Prognosen für das Gesamtjahr fest. "Unser Konzernergebnis für das erste Halbjahr sollte es uns - bei normalem Verlauf des zweiten Halbjahrs - komfortabel erlauben, unseren angepeilten Jahresgewinn von rund 500 Millionen Euro zu erreichen", so Wallin. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Großschäden im Rest des Jahres nicht wesentlich über 295 Millionen Euro lägen.

Zwischen April und Juni schlugen Großschäden mit 53 Millionen Euro zu Buche. Die Serie von Naturkatastrophen im ersten Quartal trieben die Großschäden im gesamten ersten Halbjahr dennoch auf 625,2 Millionen Euro, das war mehr als die Hälfte über Vorjahr.

Das Netto-Prämienvolumen soll 2011 um 7 bis 8 Prozent steigen. Im ersten Halbjahr lag es mit 5,1 Milliarden Euro um 6,8 Prozent über Vorjahr.

Keine griechischen Staatsanleihen im Bestand

Sollte sich die internationale Schuldenkrise verschärfen, müsse die Hannover Rück  kaum direkte Einbußen fürchten, sagte Finanzvorstand Roland Vogel: "Unsere Kapitalanlagen haben sich hervorragend entwickelt." Sie seien überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren außerhalb der Krisenländer notiert. Zuletzt habe das Engagement in Spanien, Portugal, Italien und Irland 254 Millionen Euro betragen - etwas weniger als 1 Prozent des gesamten Anlagenwerts. Griechische Staatspapiere halte die Hannover Rück derzeit überhaupt nicht.

Falls sich der allgemeine Abwärtstrend an den Finanzmärkten und die Schuldenkrisen fortsetzten, seien die volkswirtschaftlichen Risiken jedoch kaum kalkulierbar. "Natürlich lässt mich das, was in Amerika und Europa passiert, ein wenig grübeln", meinte Vogel. "Langfristig mache ich mir Gedanken, kurzfristig sehe ich keine dramatischen Effekte." Die USA dürften ihre Zinsen auf Schuldtitel weiterhin zahlen.

"Wenn wir eine moderate Hurrikan-Saison bekommen und von europäischen Winterstürmen verschont bleiben, wird es zum Jahresende nicht weiter nach unten gehen", ergänzte der Finanzchef. Im ersten Quartal hatte die Hannover Rück einen Gewinn von 52,3 Millionen Euro gemeldet - mehr als eine Halbierung im Vergleich zum Jahresauftakt 2010.

mg/rtr/dpa
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