Affäre um Sexparty Verhaltenskodex soll Ergo-Vertreter zügeln

Partys mit Prostituierten, falsche Beratung bei Riesterverträgen - das alles soll beim Versicherer Ergo der Vergangenheit angehören. Mit einem Regelkatalog will Vorstandschef Torsten Oletzky seine Berater disziplinieren. Der Manager sieht sein Unternehmen einer Kampagne ehemaliger Mitarbeiter ausgesetzt.
"Offen über alles sprechen": Ergo-Chef Torsten Oletzky geht nach der Sexpartyaffäre und dem Skandal um falsch berechnete Riester-Verträge in die Offensive

"Offen über alles sprechen": Ergo-Chef Torsten Oletzky geht nach der Sexpartyaffäre und dem Skandal um falsch berechnete Riester-Verträge in die Offensive

Foto: DPA

Düsseldorf - Deutschlands zweitgrößter Versicherer Ergo hat mit einem neuen Regelkatalog auf Skandale um eine Sexparty und falsche Beratungen reagiert. "Es sind in der Vergangenheit Fehler passiert", räumte Ergo-Chef Torsten Oletzky am Mittwoch in Düsseldorf ein.

Das Vertrauen der Verbraucher lasse sich nur wieder herstellen, wenn man "offen über alles spricht". Ergo  sei durch eine "schwierige Phase" gegangen.

Die Tochter der Munich Re  verabschiedete nun unter anderem einen Verhaltenskodex für selbstständige Vertreter und Maßnahmen, die eine bessere Beratung der Kunden sicherstellen sollen. Aufgrund der Vorgänge solle künftig die Abteilung für gute Unternehmenskultur gestärkt werden, kündigte Oletzky an. "Der Verhaltenskodex wird dann auch Bestandteil der Vermittlerverträge sein", sagte Oletzky. Außerdem werde Ergo seine Kundenberatung verbessern und eigene Testkäufer einsetzen.

Serie von Negativnachrichten begann mit einer Zeitungsanzeige

Ergo kam als Erstversicherer der Münchener Rück zuletzt von mehreren Seiten unter Druck: Handelsvertreter der Hamburg-Mannheimer hatten 2007 in Budapest eine Sexparty gefeiert. Zudem hat der Versicherer seinen Kunden bei Riester-Verträgen zu hohe Kosten berechnet und deshalb jahrelang falsch bilanziert.

Ergo hat sich bereits mehrfach öffentlich für die Fehler entschuldigt und angekündigt, unter anderem 12.000 Kunden mit falschen Riester-Verträgen zu entschädigen. Der Aufwand hierfür werde sich - bei vorsichtiger Schätzung - auf rund fünf Millionen Euro belaufen.

Ergo sieht ehemalige Vertreter hinter der Serie von Vorwürfen gegen das Unternehmen. Alles habe am 20. April mit einer Zeitungsanzeige aus diesen Reihen begonnen. Mit ihnen streite sich das Unternehmen um Ansprüche, sagte Ergo-Chef Torsten Oletzky am Mittwoch in Düsseldorf.

nis/rtr/dpa-afx/afp
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