Boomender Welthandel Post überrascht mit hohem Gewinn

Dank ihres blühenden Paketgeschäfts hat die Deutsche Post im abgelaufenen Quartal einen üppigen Gewinn verbucht. Das Briefgeschäft trübte die Bilanz jedoch leicht. Konzernchef Frank Appel steuert nun ein Jahresergebnis am oberen Ende der Prognose an.
Profiteur der Globalisierung: Die Deutsche Post verdient prächtig

Profiteur der Globalisierung: Die Deutsche Post verdient prächtig

Foto: DPA

Düsseldorf - Die Deutschen Post hat nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal ihre Prognose für das Gesamtjahr aufgestockt. Der Konzern erwarte nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) am oberen Ende der bisherigen Prognose von 2,2 bis 2,4 (Vorjahr: 1,83) Milliarden Euro, teilte die Post am Dienstag mit.

Dank Zuwächsen bei der Tochter DHL und im deutschen Paketgeschäft habe sich der Umsatz im zweiten Quartal um 0,3 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro verbessert. Das Ebit habe sich auf 562 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Analysten hatten zwar einen höheren Umsatz erwartet, beim Ergebnis übertraf die Post  aber die Schätzungen. "Wir wachsen weiter und haben das positive Momentum der letzten Quartal beibehalten", urteilte Vorstandschef Frank Appel.

Der Konzern fuhr im vergangenen Quartal auch die Früchte seines Sparprogramms ein. Den Überschuss konnte die Post von März bis Ende Juni auf 278 (Vorjahr: 81) Millionen Euro mehr als verdreifachen. Analysten hatten hier lediglich mit einem Wert von 258 Millionen Euro gerechnet.

Aktienkurs zunächst unverändert

Das Vorjahresergebnis war allerdings von Sonderaufwendungen in einer Höhe von rund 250 Millionen Euro belastet worden. Damals hatte sich die Post unter anderem aus dem nationalen Expressgeschäft in Frankreich verabschiedet.

Der Bonner Konzern profitiert vom florierende Welthandel. Auch Wettbewerber wie United Parcel Service und FedEx  hatten sich jüngst zuversichtlich über die weitere Entwicklung geäußert. Express- und Logistikkonzerne gelten als Gradmesser der konjunkturellen Entwicklung.

Händler sahen die Geschäftszahlen mit gemischten Gefühlen. Der Umsatz im zweiten Quartal sowie das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Briefgeschäft hätten klar enttäuscht, sagte er. Dafür sei das Ebit auf Konzernebene etwas besser als angenommen ausgefallen. Insbesondere das schwache Abschneiden im Briefgeschäft dürfte den Kurs aber belasten, kommentierte der Börsianer. Vorbörslich bei Lang & Schwarz (L&S) zeigten sich die Titel zunächst prozentual unverändert bei 12,02 Euro.

nis/rtr/dpa-afx