Zweites Quartal Boeing strafft Kosten und erhöht Prognose

Ein deutliches Gewinnplus im Quartal macht den US-Flugzeugbauer Boeing optimistisch. Der Airbus-Konkurrent hebt die Ergebnisprognose fürs Gesamtjahr an, nachdem der Überschuss im zweiten Vierteljahr mit knapp 20 Prozent überraschend deutlich zugelegt hat.
787 Dreamliner: Der US-Flugzeugbauer und Airbus-Konkurrent Boeing wird in diesem Jahr wohl weniger Flugzeuge ausliefern als erwartet. Im zweiten Quartal hat der Konzern die Erwartungen der Märkte aber übertroffen

787 Dreamliner: Der US-Flugzeugbauer und Airbus-Konkurrent Boeing wird in diesem Jahr wohl weniger Flugzeuge ausliefern als erwartet. Im zweiten Quartal hat der Konzern die Erwartungen der Märkte aber übertroffen

Foto: MARK RALSTON/ AFP

Chicago - Offenbar hat der Konzern dafür an der Kostenschraube gedreht: "Unsere Zuversicht hat dank unseres Teams, das unermüdlich an der Produktivitätsverbesserung arbeitet, zugenommen", sagte Boeing-Chef Jim McNerney am Mittwoch. Boeing  peilt nun einen Gewinn je Aktie zwischen 3,90 und 4,10 Dollar an - etwa 2,5 Prozent mehr als zuletzt. An der Umsatzprognose von 68 bis 71 Milliarden Dollar hielt der Konzern wegen etwas geringerer Flugzeugauslieferungen jedoch fest.

"Alle sind überrascht, wie deutlich Boeing die Erwartungen übertroffen hat", sagte Analyst Alex Hamilton von EarlyBirdCapital. "Wenn man aber genauer hinschaut, kommt es nur von Kostensenkungen."

Boeing steigerte sein Nettoergebnis im Quartal auf 941 Millionen Dollar oder 1,25 Dollar je Anteilsschein. Experten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 0,97 Dollar je Aktie gerechnet. Der Umsatz kletterte um 6 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar und erfüllte damit die Erwartungen. Der Markt honorierte den Zwischenbericht mit einem Kursaufschlag von mehr als 1,8 Prozent.

Boeing will erste 787 im dritten Quartal an den Kunden übergeben

Zwar basiert das Geschäft von Boeing zu gleichen Teilen auf der militärischen wie der zivilen Sparte. Doch der Verkauf von Verkehrsflugzeugen im Wettbewerb mit der derzeit sehr erfolgreichen EADS-Tochter Airbus zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich. Zuletzt erlebte die Branche einen Aufschwung und beide Flugzeugbauer machten mit einem Großauftrag von American Airlines Schlagzeilen. Die drittgrößte Fluggesellschaft orderte bei Airbus 260 Maschinen des neuen Typs A320neo und bei Boeing 200 Maschinen des Typs 737.

Mit seiner Marktmacht zwang American Airlines Boeing allerdings zu der Entscheidung, das Modell nach dem spritsparenden Vorbild des A320neo zu überarbeiten und mit neuen Triebwerken auszustatten. Der Auftrag wird jedoch frühestens 2013 in der Bilanz wirksam - den größten Teil des Umsatzes machen Flugzeughersteller erst bei Auslieferung.

In diesem Jahr sollen zwischen 485 und 495 Maschinen die Montagehallen verlassen. Das sind etwas weniger als die noch zuletzt angepeilten bis zu 500 Jets. Grund sind die neuen Flugzeugprogramme 787 und 747-800, von denen dieses Jahr nur noch zwischen 25 und 30 Maschinen fertiggestellt werden sollen anstatt 25 bis 40. Bei der 787 ist Boeing aber auf gutem Weg, nach dreijähriger Verzögerung die erste Maschine im dritten Quartal an den Kunden zu übergeben.

rei/reuters
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