Prognose angehoben Hugo Boss begeistert die Börse

Das Geschäft in China blüht und gedeiht, die Anzahl eigener Läden wächst: Diese Ausgangslage hat dem Modekonzern Hugo Boss ein starkes zweites Quartal beschert. Nun hebt der Konzern seine Jahresprognose an - und sorgt so für ein Kursfeuerwerk an der Börse.
Modenschau von Hugo Boss: Gute Geschäfte in China beflügeln die Geschäfte des deutschen Edelschneiders

Modenschau von Hugo Boss: Gute Geschäfte in China beflügeln die Geschäfte des deutschen Edelschneiders

Foto: Hannibal Hanschke/ picture alliance / dpa

Stuttgart - Mit Rekorden bei Umsatz und Gewinn hat der größte deutsche Modehersteller Hugo Boss  seine Aktien auf den bisher höchsten Stand katapultiert.

Mit einem Kursplus von knapp sieben Prozent führten die Papiere die Gewinnerriege im Nebenwerte-Index MDax  an und erklommen ein Allzeithoch von 77,10 Euro. Denn nach dem Absatzschwund im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise laufen die Geschäfte des mit Modemarken wie Ralph Lauren oder Burberry konkurrierenden Konzerns besser als je zuvor.

Mit Rückenwind durch die gute Konjunktur war die Herren- und Damenbekleidung des schwäbischen Konzerns vor allem im Schwellenland China gefragt. Aber auch in den USA, wo die hohe Arbeitslosigkeit und die schwächelnde Konjunktur auf die Stimmung drücken, setzte Hugo Boss mehr um. Die Erlöse kletterten im ersten Halbjahr weltweit um 23 Prozent auf den Rekordwert von 945 Millionen Euro. Der Gewinn sprang sogar um 80 Prozent auf die bisher nie erreichte Höhe von 113 Millionen Euro, da Hugo Boss sein Ladennetz ausbaute und die Kunden dort im Durchschnitt mehr Geld als im Vorjahr ließen.

Boss rechnet mit Umsatzanstieg von mindestens 15 Prozent

Wegen der unerwartet gut laufenden Geschäfte schraubte der vom Finanzinvestor Permira kontrolliert Konzern seine Erwartungen für das laufende Jahr deutlich nach oben. 2011 werde der Umsatz ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten währungsbereinigten Anstieg um 15 bis 17 Prozent steigen. Bisher hatte Hugo Boss mindestens zwölf Prozent erwartet. Beim operativen Ergebnis sei ohne Berücksichtigung von Sondereffekten ein Plus um 25 bis 30 Prozent zu erwarten, statt bisher mindestens 15 Prozent.

Weitere Details zum Geschäftsverlauf und zum Ausblick will der Konzern am 28. Juli bekanntgeben. Analysten zeigten sich begeistert von den jüngsten Geschäftszahlen von Hugo Boss, da das zweite Quartal im Modegeschäft traditionell eher schwach ausfällt. Es sei nun nur noch eine Frage der Zeit, bis der mit Herrenmode groß gewordene Konzern seine mittelfristigen Ziele anhebe, urteilte die Berenberg Bank.

Hugo Boss hat sich bisher zum Ziel gesetzt, bis 2015 die Umsatzmarke von 2,5 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 500 Millionen Euro zu erreichen. Im ersten Halbjahr 2011 erwirtschafteten die Schwaben operativ 195 Millionen Euro Gewinn.

wed/rtr
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