Staatsbesuch Wen Jiabao China und Deutschland besiegeln Milliardenverträge

Diese Summe lässt aufhorchen: China und Deutschland haben heute in Berlin Wirtschaftsverträge in Höhe von 10,6 Milliarden Euro geschlossen. Profitieren werden davon Airbus, aber auch VW und Daimler. Die Stuttgarter etwa wollen eine Fabrik in China hochziehen.
Chinas Premier Wen Jiabao und Kanzlerin Angela Merkel: Engere Wirtschaftsbeziehungen geplant

Chinas Premier Wen Jiabao und Kanzlerin Angela Merkel: Engere Wirtschaftsbeziehungen geplant

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Berlin - Anlässlich ihrer ersten Regierungskonsultationen haben Deutschland und China Verträge im Milliardenwert geschlossen. Das Volumen belaufe sich auf mehr als 10,6 Milliarden Euro, sagte Chinas Regierungschef Wen Jiabao bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt in Berlin.

Wen Jiabao hat dann auch die Bedeutung Deutschlands als "strategischer Partner" seines Landes herausgehoben. Die ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen hätten "neue Impulse für diese Beziehungen" gebracht, sagte Wen.

Einen Milliardenauftrag erhielt dabei der europäische Flugzeugbauer Airbus, bei dem China 62 Airbus-Flugzeuge vom Typ A320 kauft. Airbus-Chef Thomas Enders unterzeichnete eine Kaufvereinbarung mit der Leasingsparte der chinesischen Großbank ICBC über 62 Mittelstreckenmaschinen des Typs A320neo. Laut Preisliste hat der Auftrag ein Volumen von etwa 3,95 Milliarden Euro.

Auch Volkswagen  kommt jetzt mit der Aufstockung seiner Produktionskapazität im Boomland China voran: Bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin erhielt der Autohersteller die Freigabe zum Bau von zwei zusätzlichen Fabriken, wie VW in Wolfsburg mitteilte; die Pläne waren bereits bekannt. Das Fahrzeugwerk im ostchinesischen Yizheng wird demnach gemeinsam mit dem Partner Shanghai Volkswagen gebaut, die Fabrik im südchinesischen Foshan mit dem Partner FAW-Volkswagen. Die beiden Werke sind auf eine Jahreskapazität von jeweils 300.000 Fahrzeugen ausgelegt und sollen 2013 die Produktion aufnehmen. Mittelfristig will VW die Produktionskapazität in China auf drei Millionen Autos pro Jahr erhöhen.

Daimler kündigt Milliardeninvestitionen an

Mit Daimler  unterzeichnete darüber hinaus ein weiterer deutscher Autohersteller heute neue Verträge mit Chinas Führung. So wird Daimler seine Fertigung in Chinadem asiatischen Staat noch im laufenden Jahr um den Geländewagen GLK sowie ab dem Jahr 2013 schrittweise um drei Baureihen der neuen Mercedes-Kompaktwagenklasse erweitern. Zudem soll in zwei Jahren ein Motorenwerk in China hochgezogen werden, in dem jährlich 250.000 Aggregate hergestellt werden könnten. Nach Angaben von Daimler sieht der entsprechende Rahmenvertrag Investitionen in China in Höhe von rund zwei Milliarden Euro vor.

Auch Siemens  und eine Reihe mittelständischer Unternehmen unterzeichneten heute am Rande des Staatsbesuchs des chinesischen Premiers Wen Jiabao Abkommen für neue Projekte in China. Insgesamt wurden 14 Verträge geschlossen. Davon waren vier reine Wirtschaftsverträge, andere wurden etwa zwischen deutschen und chinesischen Ministerien geschlossen.

Der Kauf der Airbus-Maschinen war Medienberichten zufolge lange Zeit umstritten, da China von der Europäischen Union (EU) eine Ausnahme von der anstehenden CO2-Abgabe für den Flugverkehr in der EU gefordert hatte.

kst/dpa-afx/dapd/rtr
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