Nach Triebwerksschaden Rolls-Royce zahlt 70 Millionen Euro an Qantas

Späte Nachwirkung des Triebwerksschadens an einem Airbus A380 im vergangenen Jahr: Der Turbinenhersteller Rolls-Royce zahlt der betroffenen Fluggesellschaft Qantas umgerechnet rund 70 Millionen Euro. Damit endet auch ein Gerichtsstreit zwischen beiden.  
Schwerer Schaden: Der Streit um das explodierte Triebwerk des Qantas-A380 wurde mit der Zahlung jetzt beigelegt

Schwerer Schaden: Der Streit um das explodierte Triebwerk des Qantas-A380 wurde mit der Zahlung jetzt beigelegt

Foto: DAVID LOH/ REUTERS

Sydney - Nach der Explosion eines Rolls-Royce-Triebwerks im vergangenen Jahr hat sich die australische Fluggesellschaft Qantas mit dem britischen Motorenhersteller auf einen Vergleich geeinigt. Alan Joyce, Vorstandsvorsitzender der Fluglinie, sagte am Mittwoch, man habe ein Angebot von Rolls-Royce über 95 Millionen australischen Dollar (70 Millionen Euro) angenommen.

Im November 2010 war ein Rolls-Royce-Triebwerk an einem Airbus A380 von Qantas kurz nach dem Start in Singapur explodiert. Der Pilot war gezwungen umzudrehen und den Superjumbo notzulanden.

Nach einem vorläufigen Bericht der australischen Verkehrssicherheitsbehörde war ein Herstellungsfehler in der Ölleitung des Triebwerks vom Typ Trent 900 für den Unfall verantwortlich. Demnach entzündete sich zunächst austretendes Öl, woraufhin sich eine Schaufel der Turbine löste und das Triebwerk zerriss. Als Vorsichtsmaßnahme legten die Fluggesellschaften Qantas , Singapore Airlines und Lufthansa  ihre insgesamt 20 mit Trent-900-Triebwerken ausgestatteten Maschinen vorübergehend still.

Gerichtliches Verfahren mit Vergleich abgeschlossen

Im Geschäftsjahr 2010 kosteten Rolls-Royce die Triebwerksprobleme nach eigenen Angaben 56 Millionen Pfund (63,3 Millionen Euro), für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen noch einige geringe Zusatzkosten. Mit dem Vergleich endet jedoch auch das Gerichtsverfahren, das Qantas im vergangenen Dezember vor dem australischen Bundesgericht angestrengt hatte.

"Qantas ist ein wertvoller Kunde und wir sind froh, dass die Angelegenheit nun beigelegt ist", hieß es in einer Stellungnahme von Rolls-Royce. Auch die australische Fluglinie zeigte sich mit der Einigung zufrieden. "Qantas und Rolls-Royce haben über mehrere Jahrzehnte eine lange und erfolgreiche geschäftliche Partnerschaft gepflegt", teilte die Fluggesellschaft mit. "Qantas ist zuversichtlich, auf der Basis des Vergleichs die starke Partnerschaft mit Rolls-Royce fortzusetzen."

cr/apd
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