Sonntag, 18. August 2019

EBS-Skandal "Unsere Firma hat sich nichts zuschulden kommen lassen"

European Business School: Private Hochschule in den Schlagzeilen

Die European Business School ist in die Schlagzeilen geraten, ihr wichtigster Geldgeber wurde mit hineingezogen. Christian Rast, Chef des betroffenen Unternehmens Brain Net, nimmt erstmals Stellung und spricht im Interview über Fehleinschätzungen - und welche Konsequenzen er jetzt zieht.

mm: Herr Rast, Ihr Unternehmen findet sich im Zusammenhang mit dem EBS-Skandals wieder, der sich zum handfesten Problem für private Hochschulen in Deutschland entwickeln kann. Plötzlich ist die Rede von Vorteilsnahme und Schattenwirtschaft bei der European Business School (EBS), und Brain Net wird damit in Verbindung gebracht. Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?

Rast: Der Prozess des Konsequenzenziehens läuft gerade intensiv. Professor Jahns …

mm: … der ehemalige, mittlerweile zurückgetretene EBS-Präsident, …

Rast: … genau, hat keine Funktionen mehr bei unsererm Unternehmen Brain Net.

mm: Werden Sie dann auch Ihre geschäftlichen Verbindungen zur EBS abbrechen? Das dürfte für diese private Hochschule ein schwerer Schlag werden, denn Sie zählten zu den Hauptfinanziers der EBS.

Rast: Wir waren sicherlich ein engagierter Kooperationspartner der European Business School. Das hätte jedermann auch leicht sehen können, wenn er wollte. Denn unser Firmenlogo beispielsweise stand gut lesbar auf einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien der EBS - neben dem Signet der EBS selber. Ob und wie wir die Zusammenarbeit fortsetzen, ist noch nicht entschieden.

mm: Haben Sie die Hiobsbotschaft der neuen EBS-Leitung um Professor Rolf Cremer schon überbracht?

Rast: Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit der EBS-Leitung. Denn wir sind natürlich auch weiterhin daran interessiert, Zugang zu international orientierten Studenten zu haben, die vielleicht einmal bei uns arbeiten könnten. Wir loten aus, ob, und wenn ja, wie es in Zukunft eine Zusammenarbeit zwischen Brain Net und der EBS geben kann.

mm: Zuletzt sah die Zusammenarbeit so aus, dass ein Geschäftsführer der EBS auch noch in Personalunion Verwaltungsratsvorsitzender in Ihrem Unternehmen war. Genau über diese Doppelstruktur, die das angeblich unkontrollierte Abzeichnen von Rechnungen untereinander ermöglicht haben soll, ist Ex-EBS-Chef Jahns gestolpert. Solch eine personelle Verquickung wollen Sie aber nicht wieder aufleben lassen, oder?

Rast: Nein, das sicher nicht. Dies war auch nie das Ziel der Zusammenarbeit mit der EBS. Wenn es in Zukunft eine Zusammenarbeit zwischen EBS und Brain Net geben kann, dann wird so eine Konstruktion ausgeschlossen sein. Allerdings ist es nicht so, dass die vergangene Beziehung zwischen Brain Net und der EBS intransparent gewesen wäre. Im Gegenteil. Wir hatten alle Vorschriften der Aufsichtsgremien umgesetzt, uns sehr bewusst an allen Regularien für das Betreiben von Business Schools in der Bundesrepublik orientiert.

mm: Herr Rast, formal mögen Sie damit recht haben. Nicht einmal die Staatsanwaltschaft, die in den EBS-Skandal ermittelnd eingegriffen hat, erhebt ja solche Vorwürfe. Doch der Rückzug auf die juristische Ebene hat den eingetretenen Debattenschaden weder verhindern noch - bisher zumindest - eindämmen können.

Rast: Wir haben in dem Bewusstsein gelebt, das die Einhaltung der getroffenen, Regelungen und Vorschriften in Ordnung ist. Und auch in der Erwartung, keine Probleme zu bekommen, wenn die betroffenen Gremien entsprechend diesen Regularien für Business Schools stets informiert sind. Das haben wir ja immer getan. Wir haben die geforderte Transparenz tatsächlich gewährleistet.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung