Klimaanlage kaputt Frühsommer schon zu viel für Deutsche Bahn

Übler Vorgeschmack auf den Sommer: Kaum steigen die Temperaturen hierzulande über die 30-Grad-Marke, kann die Deutsche Bahn in ihren teuersten Zügen nicht mehr für ausreichend Komfort sorgen. Wegen Schäden an den Klimaanlagen mussten Passagiere aus zwei ICE-Zügen aussteigen.
Hochgeschwindigkeitszug vom Typ ICE 2 der Deutschen Bahn: Im vergangenen Jahr Ort einer dramatischen Hitzeschlacht einer Schulklasse

Hochgeschwindigkeitszug vom Typ ICE 2 der Deutschen Bahn: Im vergangenen Jahr Ort einer dramatischen Hitzeschlacht einer Schulklasse

Foto: Bernd Thissen/ picture alliance / dpa

Berlin - Nach den Hitzeproblemen im vergangenen Sommer zeichnen sich bei der Deutschen Bahn erneut Schwierigkeiten mit Klimaanlagen ab. Am Sonntag mussten in Thüringen Passagiere von zwei ICEs ihren Zug verlassen, weil bei hochsommerlichen Temperaturen Klimaanlagen ausgefallen waren. In einem ICE von Stralsund nach München waren drei Waggons betroffen. Daher mussten sich die Reisenden in Jena Plätze in anderen Abteilen suchen oder aussteigen und auf den nächsten Zug warten, sagte eine Bahnsprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Nach Aussage einer Reisenden wusste die Bahn bereits in Berlin von den Problemen.

Ein weiterer ICE war auf der Strecke von Dresden nach Wiesbaden betroffen. Etwa 50 Fahrgäste mussten in Eisenach nach Bahnangaben den Zug verlassen, weil die Klima-Anlage in einem Wagen kaputt war. "Wir entschädigen die Reisenden entsprechend", sagte die Sprecherin.

Im vergangenen Sommer hatte es bei der Bahn immense Probleme mit überhitzten Zügen gegeben. Anfang Juli 2010 waren binnen weniger Tage Klimaanlagen in gut 50 Fernzügen ausgefallen - teils komplett, teils in einzelnen Wagen. In einem dramatischen Fall musste ein ICE in Bielefeld gestoppt werden, in dem mehrere Schüler kollabiert waren.

Nach Angaben von Reisenden gab es am Sonntag in Jena Unmut beim Räumen der Waggons. "Es ist nachvollziehbar, dass es auf Unverständnis stößt", sagte die Bahn-Sprecherin. Die betroffenen ICEs seien mit Verspätungen zwischen von 30 Minuten und einer Stunde weitergefahren. Wenn Klimaanlagen defekt sind, sei das Bordpersonal angehalten, die Reisenden zu bitten, andere Plätze einzunehmen. Wenn die Züge sehr voll seien, wie dieses Wochenende, müssten Passagiere aussteigen.

Im Fernverkehr seien 3.300 Klimaanlagen in Betrieb, sagte die Sprecherin. "Man muss damit rechnen, dass rund zwei Prozent der Anlagen kurzfristig ausfallen können." Der Personenverkehrsvorstand der Bahn, Ulrich Homburg, hatte im Mai angekündigt, dass mit mehreren Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit eines Defekts "sehr deutlich reduziert" werden soll. Die Bahn wolle bis 38 Grad Außentemperatur einen stabilen Betrieb der Klimaanlagen gewährleisten.

kst/dpa-afx
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