Betrugsverdacht Razzia bei Bezahlsender Sky

Staatsanwälte haben Büros und Wohnungen von Verantwortlichen des früheren Bezahlsenders Premiere durchsucht. Offenbar werden ehemalige Manager des inzwischen in Sky umbenannten Senders verdächtigt, Abonnentenzahlen gefälscht und damit Kapitalanleger getäuscht zu haben.
Vergangenheit im Dunkeln: Der Bezahlsender Sky, der früher Premiere hieß, bekam Besuch von der Staatsanwaltschaft

Vergangenheit im Dunkeln: Der Bezahlsender Sky, der früher Premiere hieß, bekam Besuch von der Staatsanwaltschaft

Foto: ddp

München - Die Staatsanwaltschaft München geht dem Verdacht geschönter Abonnentenzahlen beim damaligen Pay-TV-Sender Premiere (heute Sky) nach. Gegen drei Beschuldigte werde wegen Kapitalanlagebetrugs, Marktmanipulation und unrichtiger Darstellung ermittelt, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde, Barbara Stockinger.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) ist darunter auch der frühere Premiere-Chef Georg Kofler. Am Mittwoch seien deshalb über 20 Wohnungen und Büros in Deutschland und Luxemburg durchsucht worden. Dem BR zufolge wurden Unterlagen beschlagnahmt, es sei jedoch niemand festgenommen worden. Stockinger bestätigte eine Durchsuchungsaktion, nannte jedoch keine Einzelheiten.

Laut BR wird den Ex-Managern von Premiere zur Last gelegt, beim Übergang des Senders zu Sky den Kapitalanlegern falsche Abonnentenzahlen vorgelegt zu haben. Wie aus den Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft hervorgehe, soll die Zahl um etwa eine Million überhöht gewesen sein. Teil der Manipulationen sei es gewesen, zahlreiche Gratisabonnements als bezahlte Bestellungen auszugeben.

cr/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.