Aschewolke Alle Flughäfen wieder freigegeben

Nach der mehrstündigen Sperrung wegen der Aschewolke aus Island wurden zunächst die Flughäfen in Hamburg und Bremen wieder geöffnet. Inzwischen wurde auch der Luftraum über Berlin wieder freigegeben.
Aschewolke: Die Flughäfen in Hamburg und Bremen bleiben sind wieder frei

Aschewolke: Die Flughäfen in Hamburg und Bremen bleiben sind wieder frei

Foto: DPA

Berlin/Langen/Hamburg - Nach einer dreistündigen Sperrung hat die Deutsche Flugsicherung den Luftraum über Berlin wieder freigegeben. Als erste rollte in Tegel wenige Minuten nach 14.00 Uhr eine Delta-Maschine nach New York auf die Startbahn, wie ein Flughafensprecher sagte. Ursache der Sperrung war eine Vulkanaschewolke aus Island, die nun in Richtung Polen weiterzieht.

Zuvor hatte die Flugsicherung bereits die Flugraumsperrungen über dem Hamburger und dem Bremer Flughafen wieder aufgehoben. Seit dem frühen Morgen war der Luftraum über Hamburg und Bremen wegen der Aschewolke aus Island gesperrt. Auch auf dem Flughafen Berlin Tegel durften seit dem Vormittag keine Starts und Landungen mehr erfolgen. Anderen großen Flughäfen in Deutschland wie Frankfurt am Main, Düsseldorf oder München drohen laut DFS keine Flugverbote.

Die Aschewolke hatte bereits am Dienstag vor allem in Großbritannien zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Nach Angaben der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol wurden europaweit 500 Flüge wegen der Aschwolke gestrichen. Zumeist handelte es sich um Flüge von oder nach Schottland oder Nordengland. Angesichts von täglich rund 29.000 Starts und Landungen in Europa waren die Auswirkungen aber eher gering.

Großbritannien erwartet für Mittwoch eine Normalisierung

Die britische Flugaufsicht Nats erwartete für Mittwoch eine Normalisierung des Flugbetriebs, da die Aschekonzentration im britischen Luftraum nachlasse. Die Aschewolke war am Dienstag weiter nach Süden gezogen - auch Richtung deutsche Küste und über Teile Dänemarks sowie den Süden von Norwegen und Schweden.

Der Grímsvötn ist nach wie vor aktiv. Der Ausbruch sei zwar viel heftiger als der des Eyjafjallajökull im vergangenen Jahr. Die Wolke verflüchtige sich aber wesentlich schneller, sagte Vulkanforscherin Gillian Foulger von der Universität Durham, so dass die Auswirkungen auf den Flugverkehr geringer ausfallen dürften.

Im April 2010 hatte die Aschewolke des Eyjafjallajökulls den Flugverkehr über Europa tagelang zum Erliegen gebracht. Etwa 100.000 Flüge fielen damals aus, mehr als zehn Millionen Passagiere konnten nicht reisen.

Grenzwerte für Deutschland festgelegt

Bei Ausbruch des Eyjafjallajökulls fehlten noch Grenzwerte für die Aschekonzentration in der Atmosphäre. Inzwischen wurden dafür drei Zonen festgelegt - und das Fliegen in Arealen mit geringer Konzentration ist erlaubt. Fluggesellschaften beklagen aber, dass es nach wie vor keinen einheitlichen Grenzwert gibt, bei dem alle Flugzeuge am Boden bleiben müssen.

In Deutschland wurde von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine kritische Marke festgelegt. Bei mehr als 2,0 Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft darf nicht mehr geflogen werden - es sei denn, Triebwerk- und Flugzeughersteller geben grünes Licht.

Nach Ansicht des Flughafenverbands ADV müssen alle Beteiligten jetzt beweisen, "dass sie es besser können als vor einem Jahr". Der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen, Ralph Beisel, forderte vor allem transparente Entscheidungen. Zugleich bemängelte er, dass es bislang nur nationale Regelungen gibt. "Im Rahmen eines Single-Sky-Gedankens sollte zügig eine europaweit einheitliche Regelung gefunden werden", sagte er.

mg/dpa/dapd

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