Donnerstag, 14. November 2019

Ehepartner der Dax-Chefs Gestatten, Hausfrau

Klare Rollenverteilung: Topmanager mögen's klassisch

Sie selbst managen Milliardenkonzerne, ihre Frauen die Familie. Der überwiegende Teil der Dax-Vorstandschefs führt laut einem Medienbericht ein traditionelles Familienleben - allen Bekenntnissen zur Gleichstellung zum Trotz.

Berlin - Die Ehefrauen der Dax-Chefs sind zum weit überwiegenden Teil Hausfrauen. 20 der 31 Vorstandschefs von Deutschlands größten Aktienkonzernen sind Recherchen der "Welt am Sonntag" zufolge mit Frauen verheiratet, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, sondern sich vorrangig um die Kindererziehung und gesellschaftliches Engagement kümmern - und das, obwohl Frauenförderung derzeit eines der wichtigsten Themen in Deutschlands Aktienkonzernen ist.

Die Erwerbsquote der Dax-Ehefrauen liegt bei 36 Prozent und damit weit unter dem durchschnittlichen Anteil erwerbstätiger Frauen in Deutschland von derzeit knapp 60 Prozent. Dabei haben die Managerfrauen im Schnitt eine bessere Ausbildung erhalten als der Bevölkerungsdurchschnitt. Unter ihnen finden sich viele Universitätsabsolventinnen.

Die niedrige Erwerbstätigenquote lasse sich unter anderem dadurch erklären, dass die Paare schon zu Beginn der Karriere erkannt hätten, dass der Mann das weit größere Einkommenspotenzial habe, sagte Klaus Hansen, Geschäftsführer der Personalberatung Odgers Berndtson in Frankfurt. Für die Frauen falle somit relativ früh die Notwendigkeit weg, selbst Geld zu verdienen. Dafür bleibt viel Zeit für die Erziehung der Kinder - von denen es in den Haushalten der Manager, auch bedingt durch deren hohe Einkommen, meist viele gibt.

Dax-Chefs haben überdurchschnittlich viele Kinder

Den Zeitungsrecherchen zufolge haben die Dax-Vorstandschefs im Schnitt 2,6 Kinder und damit deutlich mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung (1,36 Kinder). Spitzenreiter ist Lufthansa-Chef Christoph Franz mit fünf Kindern.

Ein intaktes Familienleben sei für Manager auch ein bestimmender Karrierefaktor, sagt Hansen. "Wir erleben eine deutliche Rückkehr zum Wertkonservativismus." In den Aufsichtsräten werde heute wieder stärker als etwa noch vor zehn Jahren Wert darauf gelegt, dass Kandidaten für Topmanagementämter einen soliden Lebenswandel führten.

Das gelte für familiengeführte Unternehmen noch stärker als in Aktiengesellschaften. "Ein Manager, der sich von einer Affäre in die nächste stürzt oder mitten in einem schmutzigen Scheidungskrieg steckt, hat deutlich schlechtere Karten als jemand mit Frau und Kindern."

nis/dapd

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung