Logistikkonzern HHLA Hamburger Hafen boomt

Der Exportboom hat den Hamburger Hafenlogistikkonzern HHLA zu Jahresbeginn so stark wachsen lassen wie lange nicht mehr. Zudem steigert der Aufschwung die Zuversicht des Unternehmens.
Ein Schiff nach dem anderen: Im Hamburger Hafen läuft der Betrieb wieder auf Hochtouren

Ein Schiff nach dem anderen: Im Hamburger Hafen läuft der Betrieb wieder auf Hochtouren

Foto: Fabian Matzerath/ dpa

Hamburg - Die Zahl der im Hamburger Hafen und im Schwarzmeerhafen Odessa über die Kaimauern bewegten Container erhöhte sich von Januar bis März um 32 Prozent auf 1,7 Millionen Container.

Davon entfällt der größte Teil auf die Hansestadt Hamburg, eine wichtige Drehscheibe im Warenhandel mit dem Ostseeraum, Osteuropa und China. Der Containerumschlag wuchs nach Angaben der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) stärker als in den konkurrierenden Häfen Rotterdam, Antwerpen und Bremerhaven.

Nach dem guten Jahresstart hob der Eurogate-Rivale die Erwartungen für das Gesamtjahr leicht an. Auch falls die hohen Wachstumsraten in den nächsten Monaten etwas nachlassen sollten, rechnet der Vorstand um Chef Klaus-Dieter Peters für das Gesamtjahr jetzt mit Steigerungsraten von deutlich über 10 Prozent beim Containeraufkommen sowie bei Umsatz und Ergebnis. Bisher waren 10 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Das sprunghafte Wachstum in den ersten drei Monaten führte der Vorstand vor allem auf den gestiegenen Warenumschlag mit Ländern und Regionen zurück, die zuvor besonders unter der Wirtschaftskrise gelitten hatten. So habe der Containerumschlag im Export nach Asien um 40 Prozent zugelegt. Noch stärker wuchsen die Zubringerverkehre. Den größten Sprung machten dabei die Feederdienste zu den osteuropäischen Ostseeanrainern einschließlich Russlands, die binnen Jahresfrist um fast zwei Drittel stiegen.

Auch der Hinterlandverkehr, in dem die HHLA mit Zügen und Lastwagen Container nach Osteuropa transportiert, die in Hamburg per Schiff angekommen sind, legte stark zu. Die Zahl der Container erhöhte sich um ein Fünftel auf 454.000 Einheiten. Damit sei in den ersten drei Monaten 2011 bereits wieder mehr auf Schiene und Straße transportiert worden als im ersten Quartal des Rekordjahres 2008.

Den Umsatz steigerte der börsennotierte Teil der HHLA, in dem die Hafenlogistik zusammengefasst ist, um 23 Prozent auf 283 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebit) wuchs sogar um 27,5 Prozent auf knapp 41 Millionen Euro. Damit übertraf die HHLA  die Erwartungen beim Umsatz. Beim Betriebsgewinn hatten von Reuters befragte Analysten im Schnitt mit etwas mehr gerechnet. Trotzdem griffen Anleger zu: Die im MDax  gelistete Aktie stieg um über 2 Prozent und ließ damit den Index weit hinter sich.

cr/rtr
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