Gewinneinbruch Tornados werden Allianz weiter belasten

Die Serie der Naturkatastrophen reißt nicht ab und wird die Allianz auch im zweiten Quartal belasten. Im ersten Jahresviertel brach der Nettogewinn erwartungsgemäß ein. Bedenklich stimmt, dass die Kernsparten deutlich zurückfallen.
Weitere Lasten: Allianz-Chef Michael Diekmann rechnet für die Regulierung von Torndaoschäden im laufenden Quartal 60 Millionen Euro ein

Weitere Lasten: Allianz-Chef Michael Diekmann rechnet für die Regulierung von Torndaoschäden im laufenden Quartal 60 Millionen Euro ein

Foto: CHRISTOF STACHE/ AFP

München - Bei Europas größtem Versicherer Allianz  haben gute Gewinne im Fondsgeschäft im ersten Quartal die Belastungen durch Erdbeben, Tsunami und Hochwasser abgefedert. Im Schaden- und Unfallgeschäft ging das Ergebnis hingegen ebenso wie in der Lebens- und Krankenversicherung zurück, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte.

Nach den Naturkatastrophen in Japan, Neuseeland und Australien im ersten Quartal muss die Allianz auch im laufenden Jahresviertel für die Folgen der Tornados in den USA geradestehen. Die Nettobelastung dürfte sich auf 60 Millionen Euro belaufen, heißt es im Geschäftsbericht.

Die jüngsten Stürme hatten Verwüstungen in mehreren US-Bundesstaaten angerichtet. Es geht dabei vor allem um Schäden an Häusern, Autos, Fabriken sowie Betriebsunterbrechungen. Die Versicherungsbranche muss nach ersten Schätzungen von Risikospezialisten für zwei Milliarden bis 5,5 Milliarden Dollar aufkommen. Von den Rückversicherern wird Branchenprimus Münchener Rück vermutlich am stärksten betroffen sein. Der Dax-Konzern hat hierfür 100 bis 150 Millionen Euro zurückgelegt. Die kleinere Hannover Rück hat betont, auf sie kämen nur sehr geringe Lasten zu.

Damit kann auch das zweite Quartal den Assekuranzen durchaus größere Naturkatastrophenschäden bescheren. Von Januar bis März waren Großschäden der Hauptfaktor und drückten viele Firmen tief in die roten Zahlen.

Nettogewinn bricht um 43 Prozent ein

Die Allianz hielt sich aber in der Gewinnzone. Der Quartalsüberschuss stürzte um 43 Prozent auf 915 Millionen Euro ab. Das operative Ergebnis sank lediglich um 4 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro. Neben den Lasten durch die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die Stürme und Fluten in Australien machte die Allianz zu Jahresbeginn weniger Gewinn mit dem Verkauf von Aktien. Eckdaten dazu hatte die Allianz bereits Anfang Mai bekanntgegeben.

Operativ glänzte nur die Vermögensverwaltung: Die Sparte Asset Management steigerte ihren operativen Gewinn um 13 Prozent auf 528 Millionen Euro. In der Lebens- und Krankenversicherung fiel das operative Ergebnis dagegen angesichts geringerer Einnahmen am Kapitalmarkt um 16 Prozent auf 702 Millionen Euro.

Die Schaden/Unfall-Sparte - traditionell die größte Einnahmequelle - verdiente vier Prozent weniger und kam auf 1,66 Milliarden Euro. Hier machten sich die vielen Großschäden bemerkbar. Die Schaden/Kosten-Quote als zentrale Kennziffer für die Rentabilität verschlechterte sich um einen Punkt auf 101,3 Prozent. Oberhalb von 100 Prozent sind Schadenszahlungen und Verwaltungskosten nicht mehr durch die Policeneinnahmen gedeckt.

Rei/dpa/rtr
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