Mittwoch, 18. September 2019

Muttertag II Allmählich mehr Frauen in Aufsichtsräten

Auf dem Vormarsch: Immer mehr Konzerne holen sich weibliche Führungskräfte in ihre Aufsichtsräte

Passend zum Muttertag macht eine Studie allen weiblichen Führungskräften Mut: Zwar haben viele Konzerne in der aktuellen Hauptversammlungssaison die Chance verpasst, ihre Kontrollgremien zu verjüngen. Dort, wo gewechselt wurde, kamen jedoch häufiger als früher Frauen zum Zuge.     

Hamburg - Die 30 deutschen Dax-Unternehmen setzen in ihren Aufsichtsräten weiter vor allem auf Kontinuität. Bei den Hauptversammlungen in diesem Jahr standen oder stehen nur wenige Wechsel an. Nur 7 Prozent der insgesamt 258 Aufseher auf der Kapitalseite werden nach der Saison ausgetauscht worden sein, ergab eine Untersuchung der Personalberatung Heidrick & Struggles, die der dpa vorliegt. Bei 16 Konzernen kam kein Aufsichtsrat neu ins Gremium.

Kontinuität sei zwar gerade in solchen Gremien wünschenswert, sagte Jens-Thomas Pietralla, Partner bei Heidrick & Struggles in München. "Allerdings braucht es gelegentlich auch eine Blutauffrischung. In diesem Sinne war die HV-Saison 2011 quantitativ eher eine verpasste Chance." Einen Trend haben die Personalberater jedoch ausgemacht. Wenn doch gewechselt wird, dann kommen häufiger Frauen zum Zuge.

"Die öffentliche Diskussion zeigt hier offensichtlich Wirkung", sagte Pietralla. Insgesamt zählt die Statistik 18 Neubesetzungen, von denen neun an Frauen gehen, dabei haben zwei Frauen zwei Mandate zugleich, wie etwa Ann-Kristin Achleitner bei Linde und Metro . Insgesamt bleiben die Männer aber in der großen Mehrheit: Die neuen Aufseherinnen erhöhen die Frauenquote auf der Kapitalseite lediglich von 7 auf 10 Prozent.

cr/dpa-afx

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