Hauptversammlung Lufthansa-Chef trotz Krisen zuversichtlich

Lufthansa-Chef Christoph Franz gibt sich trotz der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan und der Unruhen in Nordafrika optimistisch für das laufende Jahr. Das Ergebnis solle weiter gesteigert werden, so der Konzernchef. Zudem würde in allen Geschäftsfeldern weiter gespart.
Treibstoffpreise größte Herausforderung: Lufthansa-Chef Franz auf der Hauptversammlung des Unternehmens

Treibstoffpreise größte Herausforderung: Lufthansa-Chef Franz auf der Hauptversammlung des Unternehmens

Foto: dapd

Berlin - Die Lufthansa  erwarte eine positive Nachfrageentwicklung und ein entsprechendes Umsatzwachstum, so Konzernchef Christoph Franz auf der Hauptversammlung in Berlin. Laufe alles wie geplant, werde auch für 2011 eine Dividende ausgeschüttet, betonte Franz. Für das abgelaufene Jahr beteiligt die Airline ihre Aktionäre mit 60 Cent je Aktie am Gewinn - das sind knapp ein Drittel des operativen Ergebnisses von 876 Millionen Euro.

Laut Franz hat sich zu Jahresbeginn die Zahl der Passagiere um fast 7 Prozent in den Kerngeschäftsfeldern erhöht. Die transportierten Frachtmengen seien im ersten Quartal um 18 Prozent gestiegen. Die Japan-Katastrophe sowie die Unruhen in Arabien hätten das Ergebnis mit knapp 40 Millionen Euro belastet - die arabische Region mache dabei rund 22 Millionen Euro aus. Auch das Jahresergebnis werde davon betroffen sein, kündigte Franz an. Die Lufthansa-Aktie legte leicht um 0,2 Prozent zu.

Treibstoffpreise große Herausforderung

Aktionärsvertreter zeigten sich erstaunt über das ehrgeizige Ziel des Managements, im Passagiergeschäft eine operative Marge von 8 Prozent zu erreichen. Er kenne keine Airline, die solche Margen erreiche, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzverreinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler. Franz bekräftigte das Ziel erneut: Langfristig werde die Marge angestrebt.

Als eine der größten Herausforderungen des laufenden Jahres nannte Franz auf seiner ersten Hauptversammlung als Lufthansa-Chef die steigenden Treibstoffpreise. Am Dienstag lag der Ölpreis für ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent bei rund 124 Dollar - deutlich höher als vor einem Jahr. Laut Franz lasten zudem die zunehmende Konkurrenz sowie ein sich nur langsam erholendes Preisniveau auf den Erträgen. Darüber hinaus bremse die im Januar eingeführte Ticketsteuer vor allem das Geschäft der Tochter Germanwings. Deswegen will Lufthansa auch im laufenden Jahr mindestens 350 Millionen Euro einsparen.

Zum Ziel für 2011 hat sich Lufthansa das Zusammenwachsen des Verbundes gesetzt, zu dem neben Germanwings unter anderem Swiss und Austrian Airlines (AUA) gehören. Im vergangenen Jahr belasteten die Töchter AUA und British Midlands das Ergebnis mit einem operativen Minus von 211 Millionen Euro. Die Fortsetzung des Turnarounds bei diesen Töchtern sei von "erheblicher Bedeutung", betonte Franz.

Um weitere Kosten zu sparen, zerschlägt die Lufthansa ihre starke deutsche Catering-Tochter. Das bislang zentral gesteuerte Geschäft werde Anfang Juli aufgelöst und auf zwölf neue Gesellschaften in ganz Deutschland aufgeteilt, kündigte LSG Sky Chefs an. Am Donnerstag veröffentlicht die größte deutsche Airline mit rund 117.000 Mitarbeitern ihre Geschäftszahlen vom ersten Quartal. Dann könnte sich der Air-Berlin-Konkurrent auch zu den anhaltenden Gerüchten um einen Verkauf von LSG Sky Chefs äußern. Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment forderte auf der Hauptversammlung die Trennung vom Catering-Geschäft: Externe Dienstleister könnten diese Leistungen viel besser anbieten.

cr/rtr/dpa

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