Puma Zeitz setzt auf Preiserhöhungen

Steigende Löhne in Asien und anziehende Rohstoffpreise können Puma bisher nicht bremsen. Im abgelaufenen Quartal legte der Sportartikelhersteller bei Umsatz und Gewinn zu. Die Aussichten für das laufende Jahr sind ebenfalls gut, doch die Kunden müssen wohl tiefer in die Geldbörse greifen.
Setzt zum Sprung an: Puma will die Drei-Milliarden-Euro-Marke beim Umsatz knacken

Setzt zum Sprung an: Puma will die Drei-Milliarden-Euro-Marke beim Umsatz knacken

Foto: Daniel Karmann/ dpa

München - Der Sportartikelhersteller Puma ist überraschend gut ins neue Jahr gestartet. Dank der kräftigen Nachfrage aus allen wichtigen Regionen fuhr der Branchendritte nach Nike und Adidas im ersten Quartal 2011 einen Rekordumsatz und einen um 7 Prozent auf 77,7 Millionen Euro gestiegenen Überschuss ein.

Selbst in Japan legten die Erlöse leicht zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dort mussten nach dem verheerenden Erdbeben im März zahlreiche Shops in der Metropole Tokio für Tage geschlossen werden.

Der Raubkatzenmarke gelang es zudem, die Marge auf einen hohen Niveau zu halten, obwohl die ganze Branche derzeit mit rasant steigenden Kosten für Öl, Baumwolle und Gummi sowie höheren Löhnen in den asiatischen Produktionsländern kämpft.

An der Börse kam die Quartalsbilanz gut an: Puma-Aktien  verteuerten sich um 5,5 Prozent auf gut 220 Euro und waren damit größter Gewinner im Nebenwerte-Index MDax.

Preiserhöhungen sind das Allheilmittel in der Branche

Branchenexperte Bernd Müll von der Landesbank Baden-Württemberg betonte die gute Rohertragsmarge von 52,4 Prozent. Sie lag auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes, nachdem es im vierten Quartal 2010 noch einen deutlichen Rückgang gegeben hatte. Bei Nike  war die Marge im abgelaufenen Quartal um einen Punkt auf unter 46 Prozent gerutscht. Der US-Konzern hat sich auf weitere Verschlechterungen eingestellt. Das hatte die Anleger zuletzt verunsichert.

Auch Puma rechnet - vor allem im zweiten Halbjahr - mit Belastungen. Preiserhöhung lautet nun das Zauberwort in der Branche. Der scheidende Puma-Chef Jochen Zeitz sagte, zum Jahresende kämen auf die Kunden erste Erhöhungen zu. Damit will das zum französischen Luxusgüter-Konzern PPR gehörende Unternehmen aus Herzogenaurach 2012 zumindest einen Teil der höheren Rohstoffkosten auffangen.

Für 2011 hat sich Puma nach dem guten Jahresstart vorgenommen, erstmals die Umsatzmarke von drei Milliarden Euro zu knacken. Damit würden die Erlöse um über 10 Prozent zulegen, nachdem zuletzt noch von etwa 5 bis 10 Prozent die Rede war. Im ersten Quartal betrug der Zuwachs 13 Prozent auf 773,4 Millionen Euro. Bis 2015 sind vier Milliarden Euro Umsatz eingeplant. Der Gewinn soll dieses Jahr, wie bereits bekannt, um rund 5 Prozent zulegen.

nis/rtr
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